Kompaktprojekte 2008
 

Die Kompaktprojekte im Wintersemester, heuer vom 5. -11. Januar 2008 realisiert, sind als experimentelles Gefäss Eigenproduktionen, die von der Akzentuierung der Inhalte bis zur Feinplanung in eigener Régie erarbeitet werden. Diese Vorarbeit mit einer Vorlaufzeit von ca. einem halben Jahr verlangt Umsicht, Geduld und Fingerspitzengefühl.

Mit der Wahl und Vergegenwärtigung von Materien, die zentral mit der vormaligen Spinnerei Jenny-Spoerry zu tun hatten, war ein Schwerpunkt gesetzt: In Tuchfühlung mit den Materien Baumwolle und Garn sollten Räume wie das «Ballenlager», des architektonisch ältesten und wertvollsten Trakts in einer besonderen Weise bespielt werden. – Die kurzfristige Absage des Kompaktprojekts ‚Fliegende Fäden’ infolge Krankheit der Workshopleiterin, war vielleicht der einzige Wermutstropfen.

Dank dem Verständnis und der Akzeptanz der StudentInnen fanden wir eine pragmatische Lösung mit Neuzuteilungen. – Neu waren heuer die verschiedenen Kooperationen und Formen von Materialsponsoring. Nur dank dem grosszügigen Entgegenkommen der Gemeinde Vaduz durch das kostenlose Zur-Verfügung-Stellen des Ballenlagers oder durch das generöse Materialsponsoring der Firmen LKW, der Zwirnerei Ossingen, der Firmen Victorinox und Daniel Jenny Co., konnten die Workshops in dieser Form erfolgreich durchgeführt werden. Neben der bereits erprobten Kooperation mit der Academie van Bouwkunst, Amsterdam, wurde erstmals mit der HTW Chur zusammengearbeitet.

Aus meiner Sicht darf ich sagen, dass die Begegnungen mit den Workshopleitern, allesamt Koryphäen ihres Gebiets -von Schach bis zu Cartoon, Film, Stimme und Szenographie- eine unerhörte Bereicherung darstellen. Die Gespräche und die Abklärungen im Vorfeld sind von grosser Intensität.

Die Energie, die da hineingesteckt wird, fliesst in der Regel in Form von besonders eingestimmten WorkshopleiterInnen wieder zurück. Als Resumé möchte ich den Wunsch aussprechen, dass die Hochschule Liechtenstein mit ihrem Institut für Architektur und Raumentwicklung, weiterhin Sorge trägt zum experimentellen Gefäss der Winterkompaktprojekte, eine Blockwoche, die über die verschiedenen Erfahrungen der letzten fünf Jahre zur heutigen Form herangewachsen ist. Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass ein Architekturinstitut die Ressourcen bereitstellt für kreative Elementarerfahrungen, die weit über das rein Architektonische hinausgehen.

Neben den Ressourcen braucht es dazu stets auch die Empfänglichkeit und Neugierde der StudentInnen, ein gewisses Flair, das es weiterhin zu kultivieren gilt.