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Die offene Türe der Rektorin

Bei Ulrike Baumöl im Büro

Unsere Vorstellungen von traditionellen Universitäten sind von Bildern geprägt: Grosse Hörsäle mit ansteigenden Bankreihen und dicht gedrängten Studierenden, endlose Korridore und ehrfurchtgebietende Rektoratsbüros mit hohen, doppelflügigen Eichentüren. Die Überraschung der Besucher ist gross, wenn sie am Campus der Universität Liechtenstein statt dessen die helle Freundlichkeit des umgebauten Industriegebäudes umfängt und gleich ein paar Schritte nach der Empfangstheke die Türe zum Büro der Rektorin offen steht. Prof. Dr. Ulrike Baumöl ruft ein erfreutes "Hallo!" entgegen und nimmt sich für ein Gespräch Zeit - und zwar genau zu dieser offenen Türe.

 

Frau Baumöl, ist das jetzt Zufall, dass die Türe zu Ihrem Büro der Rektorin offen steht?

Ulrike Baumöl: Ja und nein. Während der Corona-Pandemie hat die offene Bürotüre auch ganz praktische Vorteile, weil niemand eine Türklinke in die Hand nehmen muss (lacht). Aber eigentlich: Nein, das ist kein Zufall. Wenn immer möglich, steht die Tür zu meinem Büro offen, auch um zu signalisieren, dass ich ein offenes Ohr habe. Das gilt übrigens auch für meinen Rektoratskollegen und Büronachbarn, den Verwaltungsdirektor Markus Jäger. Und noch ein Büro weiter, bei unseren Mitarbeiterinnen im Rektoratsbüro, ist praktisch immer "Tag der offenen Tür".

 

Ist die offene Türe mehr ein Symbol oder wird diese Offenheit auch genutzt?

Ulrike Baumöl: Diese Offenheit wird zum Glück auch genutzt. Und sei es nur für den Guten-Morgen-Gruss der Kolleginnen und Kollegen, die kurz stehen bleiben, zwei oder drei Gedanken mit mir austauschen und - schwupps - haben wir uns schon wieder ein E-Mail gespart. Für Studierende ist es zu Beginn vielleicht ungewohnter, die Rektorin direkt anzusprechen. Wenn sich dann herausstellt, dass es um ein komplexeres Thema geht, können sie zwei Türen weiter immer noch einen 'richtigen' Termin mit mir vereinbaren.

 

Wie sehr hilft es, dass die Universität Liechtenstein sehr überschaubar ist?

Ulrike Baumöl: Das unterscheidet uns ganz wesentlich. Wir verstehen uns ja als die Universität in der Nähe, die so überschaubar ist, dass wir uns kennen und Studierende nicht einfach eine Nummer sind. Das nehmen wir in der Lehre sehr ernst, wo wir den Studierenden mit einem besonderen Betreuungsverhältnis einen echten Raum für Entfaltung anbieten können. Aber dazu gehört für mich auch, dass wir das Persönliche im Alltag leben und auch Mitglieder des Rektorats nah und erreichbar sind.

„Wir verstehen uns als die Universität in der Nähe, die so überschaubar ist, dass wir uns kennen und Studierende nicht einfach eine Nummer sind. Das unterscheidet uns ganz wesentlich.“

Prof. Dr. Ulrike Baumöl, Rektorin

Das klingt nach Aspekten von "Kultur"?

Ulrike Baumöl: Richtig! Aber "Kultur" ist nicht einfach ein schöner Poster an der Wand. Wie wir als Universitätsangehörige - als Studierende, Dozierende und Mitarbeitende - miteinander umgehen, sprechen und handeln, das ist für mich entscheidend. Dazu gehört für mich sogar, wie unsere Räume und Gebäude gestaltet sind und wie wir damit umgehen. Deshalb unter anderem die offene Tür. Ausserdem gehe ich davon aus, dass wir nach der Corona-Pandemie unsere Zeit am Campus noch bewusster wahrnehmen und für den Austausch unter Universitätsangehörigen intensiver nutzen werden. Wenn man so will, zeigt eine offene Türe am Campus auch die Offenheit gegenüber Fragen, Anliegen und Ideen an. Am Ende geht es doch darum, dass wir uns dort am besten entwickeln, wo wir gute gemeinsame Erfahrungen machen.

 

Vielen Dank für diese Einblicke!

Ulrike Baumöl: Sehr gerne und bis bald wieder am Campus!

 

Text: Universität Liechtenstein / Kommunikation und Marketing

Fotografie: Stephanie Büchel