Das Maiensäss in Graubünden: Bestand | Analyse | Herausforderungen

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Referenz

Capaul, A.-L. (2019). Das Maiensäss in Graubünden: Bestand Analyse Herausforderungen. Unpublished Dissertation, Universität Liechtenstein, Vaduz.

Publikationsart

Thesis

Abstract

Durch technischen Fortschritt und tiefgreifende Veränderungen verfallen Ställe im Maiensässgebiet oder werden für neue landwirtschaftliche Zwecke genutzt, etwa als Lagerraum für Maschinen und Geräte. Seit den 1980er Jahren werden Maiensässhütten vermehrt für Ferien- und Freizeitzwecke genutzt. Die Sehnsucht nach dem Maiensäss als Gegenwelt zum beruflich-urbanen Alltag, beruht auf der Romantisierung der Berglandschaft, während die gegenwärtige Annäherung an den Alltagskomfort oft dazu führt, dass die Sehnsucht nach dem Einfachen und Ursprünglichen zur Utopie wird. Die Ferien- und Freizeitkultur auf dem Maiensäss ist ein weithin unerforschtes Gebiet. Das Leitmotiv meiner Forschung bildet das Entdecken. Daraus leite ich folgende Forschungsfrage ab: Was ist ein Maiensäss im Kanton Graubünden, wie lassen sich die Maiensässe in Bezug auf Landschaften, Siedlungen und Häuser unterscheiden und welches sind die Herausforderungen für den Bestand? Dazu eignet sich eine qualitativ-verstehende Vorgehensweise. Aufgrund der Quellenlage werden Gespräche mit Gewährsleuten geführt, eine Umfrage an die Nutzerschaft verteilt sowie Maiensässe aufgesucht und fotografisch dokumentiert. Aus den gewonnenen Daten wird eine Begriffsdefinition abgeleitet, Typologien werden gebildet sowie die Herausforderungen fu¨r den Bestand aufgezeigt. Neben den Nutzungen hat sich auch die Terminologie verändert. Die Definition als Zwischenstufe der traditionellen Berglandwirtschaft ist heute aus vielerlei Hinsicht nicht mehr zufriedenstellend. Weiterhin zeichnet sich der Bestand durch eine Vielfalt an Landschafts-, Siedlungs- und Haustypen aus. Die Herausforderungen bilden das Fehlen von verbindlichen Definitionen und Kategorien in Bezug auf umgenutzte Maiensässe, die gegenwärtige Auffassung von Erhalt sowie die kollektive Vorstellung des Maiensässes als Gegenraum.

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