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Gut zu wissen

Geistiges Eigentum betrifft Ingenieure wie Juristen

Veröffentlicht am: 14.11.2014
Wie ist geistiges Eigentum am besten zu schützen und zu verwalten? Diese Frage stellen sich nicht nur juristische Mitarbeiter, sondern auch solche in Technik und Verwaltung. Ihnen liefert der Zertifikatslehrgang Intellectual Property der Universität Liechtenstein Antworten.

Praxis und Theorie werden an der Universität Liechtenstein verzahnt. Das ist gerade wichtig, wenn aus der Praxis heraus Bedarf bekundet wird und die Hochschule darauf mit neuen Weiterbildungsangeboten antwortet – wie im Falle des zweisemestrigen Zertifikatslehrgangs Intellectual Property für Menschen mit Berufserfahrung. Im kommenden Frühjahr wird er in zweiter Auflage durchgeführt.

Studiengangsmanagerin Paulina Bracher von der Universität Liechtenstein sagt: «Experten in Liechtenstein haben nach Vertiefungsmöglichkeiten gesucht. Das Programm schliesst die Wissenslücke in Theorie und Praxis beim Immaterialgüterrecht. In einem Mikrostaat wie Liechtenstein, in dem Industrie- und Finanzbranche von enormer wirtschaftlicher Bedeutung sind, ist hier eine massgeschneiderte Weiterbildung unerlässlich. Mithilfe von Partnern konnten wir schnell reagieren und ein umfassendes Programm erarbeiten.»

Wissenschaft und Praxis kooperieren
Intellectual Property: Praxisnahe Weiterbildung für Juristen, Ingenieure und Naturwissenschaftler

Die Kanzlei Kaminski Harmann Patentanwälte in Vaduz war beteiligt an der Konzipierung der 2011 in Liechtenstein eingeführten IP-Box. Das Spezialwissen der Fachleute aus der Praxis ergänzt nun dasjenige der Wissenschaftler der Universität Liechtenstein – in einmaliger Zusammenstellung. «In dieser Form», sagt Patentanwalt Bernd-Günther Harmann, «wird eine Fortbildung zu Rechten des geistigen Eigentums bisher nirgends angeboten.» Harmann ist Geschäftsführer der Kanzlei Kaminski Harmann Patentanwälte AG und Dozent im neuen Lehrgang. Elemente aus der schweizerischen, österreichischen, deutschen und liechtensteinischen Jurisdiktion werden hier im internationalen Kontext betrachtet. Dabei bearbeitet man Fragen zu Patenten, Marken, Designs ebenso wie solche der Verwertung – also steuer- und gesellschaftsrechtliche Komponenten. Der Leiter des Liechtensteiner Lehrstuhls für Gesellschafts-, Stiftungs- und Trustrecht, Francesco Schurr, ist Lehrgangsleiter und in seinem Feld ein ausgewiesener Experte. Harmann und Kollegen steuern unter anderem Know-how in Marken- und Patentrecht bei. Jedes Fachgebiet ist perfekt abgedeckt.

Balance und Vertiefung

Der Lehrgang richtet sich an Juristen wie Ingenieure oder Naturwissenschaftler gleichermassen. Somit ist die Weiterbildung explizit auch für das produzierende Gewerbe hochspannend. Aber interessiert sich ein Industrievertreter wie ein Entwickler ebenso detailgenau für Rechtsfragen wie ein Treuhänder? «Ein gewisses Spezialwissen wird in allen Bereichen ausbalanciert vermittelt. Weiterführend gehen wir flexibel darauf ein, was den Teilnehmenden besonders am Herzen liegt», sagt Harmann. Insgesamt steht ein Grossteil der Regelungen in europäischem oder internationalem Rechtskontext. Dabei richtet sich das Interesse oft auf die Besonderheiten und auch Vorteile der IP-Box in Liechtenstein.

Austausch bringt Erkenntnis

Neben Vertretern der Verwaltung waren Mitarbeiter aus der Industrie und Kanzleien Absolventen des ersten Lehrgangs. Und diese Heterogenität scheint gut zu tun. Fachlich können so ganz unterschiedliche Facetten des Umgangs mit geistigem Eigentum am Praxisbeispiel beleuchtet werden. Auf persönlicher Ebene ergeben sich Querverbindungen, konstruktive Diskussionen und Aha-Momente, weil sich neue Perspektiven aufs Thema eröffnen. Diese Effekte sind Paulina Bracher gut bekannt. Sie sagt: «Wenn Berufstätige zusammenkommen, ist eine Menge Erfahrung versammelt – davon profitiert die ganze Gruppe.»

* Dieser Artikel erschien ursprünglich in der November 2014 Ausgabe des Wissensmagazins Denkraum.