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Nur selbst gesetzte Ziele können hoch genug sein

Veröffentlicht am: 01.12.2016
Wohin jeder sich selbst, wohin sich ein Unternehmen oder gar ein Land entwickelt, hängt von den gesteckten Zielen ab. Und von der Führung auf dem Weg dorthin. Dabei ist nichts beschwerlicher, aber auch erfolgsversprechender als Hinterfragen und Selbstverantwortung.

von Yvonne von Hunnius

Die Sache kann ganz einfach sein: Der Bergführer bringt seine Wandergruppe auf den Gipfel, der Rudertrainer sein Team ins Ziel – hier agieren die Bootsinsassen sogar in blindem Vertrauen. Doch führt der Unternehmensleiter seine Mitarbeiter genauso zum Jahresabschluss und der Lehrer seine Schützlinge zur Prüfung? Nein, diese Zeiten sind in dieser digitalisierten und globalisierten Welt vorbei. Immer häufiger stellt sich mitten auf dem Weg die Frage: Wohin will ich eigentlich? Genau hier fängt es an, kompliziert zu werden. Genau hier beginnen jedoch auch Erfolgsgeschichten, die zuvor kaum für möglich gehalten wurden. Die Frage nach dem Wohin kann sich jedoch nur stellen, wer die Freiheit dazu hat. Neue Wege und Ziele finden sich am besten in einem Denkraum mit Führungskräften, die keine sture Gefolgschaft fordern, sondern Menschen gemäss deren eigenen Leidenschaften fördern.

Die Frage nach dem Wohin kann sich jedoch nur stellen, wer die Freiheit dazu hat.
Freiheit für das individuelle Potenzial

Diese Freiheit will die Universität Liechtenstein ihren Studierenden geben. Dass das funktioniert, zeigt sich auch an den spannenden Biographien vieler junger Menschen, die den Weg  hierher finden: Einige haben unterschiedlichste Berufserfahrungen oder auch Spitzensportkarrieren hinter sich, bis sie an der Universität für sich einen neuen, passenderen Weg entwickeln. Eine Hochschule ist ein perfekter Möglichkeitsraum, in dem ganz unterschiedliche Individuen, im normalen Alltag voneinander getrennte Erfahrungswelten und Disziplinen aufeinandertreffen. Der Autor Gerald Huether beschreibt in seinem Denkanstoss die Potenzialentfaltung, die in solch einer Gemeinschaft möglich ist. Um individuelle Wege und Ziele festzulegen, braucht es aber mehr als das pure Aufeinandertreffen unterschiedlicher Ansätze. Nötig ist eine neue Perspektive auf die Zusammenhänge und Wirkungsmechanismen in
dieser globalisierten und digitalisierten Welt. Häufig wird davon ausgegangen, dass gerade die komplexeren Strukturen nach noch strengerer Führung verlangten. Von oben erlassene
Regelungen wie die BEPS-Richtlinien gegen Steuervermeidung von Konzernen legen hiervon Zeugnis ab.

Vom Umgang mit Individualität und Dynamik

Wer näher hinschaut, muss sich keineswegs verlieren in der Unterschiedlichkeit der Individuen und muss nicht verzweifeln darüber, dass Bedingungen sich permanent verändern. Daraus können neue Leitlinien werden, die Menschen, Unternehmen, Organisationen besser durch den heutigen Dschungel führen als alte Prinzipien, die sich auf einen vermeintlich kleinsten gemeinsamen Nenner stützen und von einer linearen Entwicklung ausgehen. So geht der Wissenschaftler Jörn von Grabe neue Wege, um Gebäude energieeffizient zu gestalten: Er analysiert die Bedürfnisse der Bewohner und integriert diese in komplexe Simulationen als Grundlage für neue technische Lösungen. Beispielsweise erkennen moderne Unternehmen die Chancen, sich in ihrem Wachstum von der Digitalisierung führen zu lassen. Doch sie lassen sich in der Umsetzung so viel Flexibilität, um stets auf neue Entwicklungen reagieren zu können.

Rheintal birgt Bits und Berge

Diese Region ist ein besonders gutes Pflaster, um sich die Frage nach dem Wohin zu stellen und neue Perspektiven zu finden. Talente werden es schwer haben, auf dichterem Raum gleich vier aneinander grenzende Länder mit Hightech-Wirtschaftskraft und Lebensqualität zu finden. Die  Entfaltungsmöglichkeiten im Rheintal können mit den Vorteilen der bekannten Ballungsräume konkurrieren. Denn letztlich ist hier auch möglich, den Weg nicht nur auf einen virtuellen Gipfel, sondern auf ein reelles Gipfelkreuz auszurichten. Die Entrepreneurship-Absolventin Rosaria Heeb bereut es nicht, sich einst die Frage «Wohin will ich?» gestellt zu haben. Die Wanderleiterin führt heute ihr eigenes Outdoor-Unternehmen und hat in den Bergen für sich den Schlüssel zu einem guten Leben gefunden.

 

* Dieser Artikel erschien ursprünglich in der November 2016 Ausgabe des Wissensmagazins Denkraum.