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uni.liThemaFinanceAktuelle Herausforderungen für Stiftungsräte

Aktuelle Herausforderungen für Stiftungsräte

Das mit 70 Teilnehmenden ausgebuchte Stiftungsmanagement Seminar am 2. April der Vereinigung liechtensteinischer gemeinnütziger Stiftungen (VLGS) zeigte in informativer und kompakter Form fünf aktuelle Herausforderungen für Stiftungsräte.

Die Stiftungsräte der knapp 1'400 gemeinnützigen Stiftungen in Liechtenstein fällen strategische Entscheidungen zu einem breiten Spektrum von Themen. Dabei sind sie sich verändernden regulatorischen Anforderungen unterworfen und die Komplexität ihrer Tätigkeit nimmt stetig zu. Umso wichtiger ist die Weiterbildung von Stiftungsverantwortlichen, Dienstleistungspartnern und Behörden. Die Vereinigung liechtensteinischer gemeinnütziger Stiftungen (VLGS) unterstützt aktiv entsprechende Zielsetzungen und organisierte am 2. April an der Universität Liechtenstein das Stiftungsmanagement Seminar „Aktuelle Herausforderungen für Stiftungsräte“.

Das Seminar bot während zwei Stunden durch ein Referat und eine Podiumsdiskussion verschiedene Denkanstösse für die strategische Führung einer gemeinnützigen Stiftung. Professor Dr. Georg von Schnurbein, Associate Professor für Stiftungsmanagement und Direktor des Center for Philanthropy Studies (CEPS) der Universität Basel, referierte zu folgenden aktuellen Herausforderungen: 1.Rechte und Pflichten des Stiftungsrats: Für eine gute Governance ist es notwendig zu hinterfragen, ob die Entscheidung der wirksamen Umsetzung des Stiftungszwecks dient, ob die relevanten Stakeholder Interessen berücksichtigt werden und ob die Entscheidung transparent gefällt wurde. 2.Nachfolgeplanung: Die Nachfolgeplanung sollte durch eine rollende Ergänzung kontinuierlich verfolgt werden. 3.Innovative Vermögensbewirtschaftung: Es empfiehlt in der Strategie festzulegen, ob die Stiftung ihren Zweck durch Vermögensverzehr oder zusätzlich auch durch innovative Vermögensbewirtschaftung verfolgt. 4.Board Self Assessment: Um auf veränderte Rahmenbedingungen eingehen zu können und den Organisationserfolg positiv zu beeinflussen, kann sich der Stiftungsrat einer Selbstbeurteilung unterziehen und beispielsweise ein Internes Kontrollsystem (IKS) einführen. 5.Digitalisierung: Die Digitalisierung bietet neue Möglichkeiten wie beispielsweise eine effizientere Organisationsstruktur, vereinfachte Wirkungsorientierung und grössere Transparenz, aber auch potentiellen Gefahren wie die zunehmenden Anforderungen durch Regulierungen, Verengung der Stiftungsarbeit auf kurzfristig erreichbare Ergebnisse und eine Entfremdung von den lokalen Bedürfnissen.

Diese Herausforderungen für Stiftungsräte wurden in der anschliessenden Podiumsdiskussion vertieft diskutiert. Märten Geiger (Abteilungsleiter beim Allgemeinen Treuunternehmen und Stiftungsrat), Thomas Nägele (Rechtsanwalt und Präsident der Crypto Country Association in Liechtenstein e.V.), Ruth Ospelt-Niepelt (Vizepräsidentin SolidarMed und Mitglied Rowdeldy Stiftung), Thomas Ritter (Abteilungsleiter Stiftungsaufsicht) diskutierten aus Sicht der Praxis. Der anschliessende Apéro bot eine Gelegenheit zum Vernetzen und Austauschen.

Über die VLGS - Vereinigung liechtensteinischer gemeinnütziger Stiftungen e.V.

Die Vereinigung liechtensteinischer gemeinnütziger Stiftungen e.V. (VLGS) vereinigt gemeinnützige Förderstiftungen Liechtensteins und nimmt die Interessen des Philanthropiesektors wahr. Sie fördert die Positionierung des Standorts, den Erfahrungsaustausch und setzt sich ein für Standards und Professionalität.