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Studienreise nach Hong Kong und Singapur

Vom 20. bis 26. Oktober waren die Studierenden des LL.M. im Gesellschafts., Stiftungs- und Trustrecht sowie die Studierenden des EMBA IAM auf Studienreise in Hong Kong und Singapur.

 

Hongkong (20. – 22.10.2019)

Der Blick auf Wan Chai, Happy Valley und Victoria Harbour, den das „Wooloomoloo Steakhouse“ in Hongkong den rund 40 Teilnehmenden der gemeinsamen Studienreise aller vier Executive Masterstudiengänge der Universität Liechtenstein nach Hongkong und Singapur beim traditionellen Begrüssungsabend am 20. Oktober 2019 bot, war atemberaubend und bot die perfekte Kulisse, sich in ungezwungener Atmosphäre auf die gemeinsame Zeit in Asien einzustimmen. 

Einen guten Einstieg in den Finanzplatz Hongkong bekamen die Studierenden des Executive Master für Bank- und Finanzmarktrecht bei ihrem Besuch der lokalen Aufsichtsbehörde SFC – Securities and Futures Commission, am Montagmorgen. Karen Ha, Assistant Manager & External Relations, zeigte die Besonderheiten des Finanzplatzes aus Aufsichtssicht auf und ging insbesondere auf die „Regulatory Sandbox“ für FinTech-Unternehmen ein, die „ein begrenztes regulatorisches Umfeld für qualifizierte Unternehmen bietet, damit diese die Zuverlässigkeit ihrer FinTech-Lösungen sowie ihrer Kontrollsysteme in der Anfangsphase erproben können.“, so Ha. Im Anschluss trafen sich die Studierenden des Studienganges für Bank- und Finanzmarktrecht, Gesellschafts-, Stiftungs- und Trustrecht, sowie des EMBAs für International Asset Management an der Faculty of Law der Chinese University Hongkong, um mit Prof. Noam Noked (CUHK), Prof. Dr. Francesco Schurr (Universität Innsbruck) sowie Prof. Dr. Nicolas Raschauer (Universität Liechtenstein) Liechtenstein´s „Blockchain Gesetz“ (TVTG) zu diskutieren. Wie das Schweizer Unternehmen Synpulse Management Consulting auch im asiatischen Raum seine Kunden erfolgreich bei der digitalen Transformation unterstützt, präsentierte Salomon Wettstein, Partner, am Montagnachmittag. Gerade in der Finanzbranche sei Digitalisierung nach wie vor dominierendes Thema, das viele Fragen aufwerfe. Die darauffolgende Diskussion konzentrierte sich vor allem auf die grössten Hürden und Risiken der Digitalisierung.

Bei einem gemeinsamen Abendessen am Victoria´s Peak, Hongkong´s höchstem Berg, der einen unvergesslichen Blick über die Finanzmetropole bietet, liessen die Studierenden diesen ersten Tag noch einmal Revue passieren.

Der Dienstag begann mit spannenden Diskussionen am Independent Wealth Management Forum 2019, das im Conrad Hotel stattfand. Der Vormittag stand ganz im Zeichen von Private Banking und den aktuellen Herausforderungen. Der nächste Programmpunkt führte zur Mason Group Holdings Ltd, die seit einiger Zeit durch die Übernahme einer liechtensteinischen Privatbank auch in Europa tätig sind. CEO Alex Ko selbst stand den Studierenden für ihre Fragen über die Motivation, sich in Liechtenstein zu engagieren und die damit zusammenhängenden Herausforderungen zur Verfügung. Wie es ist, den umgekehrten Weg zu gehen, also sich von Liechtenstein aus in Hongkong niederzulassen und tätig zu werden, präsentierte anschliessend Philipp Forster, Director und Head of Hong Kong Representative Office. Insbesondere die politische Lage sei derzeit ein schwer kalkulierbarer Faktor, so Forster.

Am zweiten Tag der Studienreise in Hong Kong konnten die Studierenden des Executive Master of Laws (LL.M.) im Gesellschafts-, Stiftungs- und Trustrecht zusammen mit Prof. Dr. Francesco A. Schurr und Ass.-Prof. Dr. Alexandra Butterstein, LL.M., über aktuelle Fragen zu Private Purpose Trusts in Hong Kong persönlich mit Prof. Kelvin Low, City University of Hong Kong diskutieren.

Anschliessend gaben Prof. Schurr und Prof. Raschauer an der Chinese University of Hong Kong einen Vortrag zum kürzlich verabschiedeten liechtensteinischen Blockchain-Gesetz, an welchem nicht nur die Teilnehmenden aller Executive-Masterstudiengänge, sondern auch zahlreiche chinesische Studierende der Hong Kong University den spannenden Ausführungen der beiden Professoren folgten. Sie zeigten nicht nur grosses Interesse an der privatrechtlichen Erfassung der „Token“ und den regulatorischen Aspekten, sondern grundsätzlich an der innovativen Vorreiterrolle und Rechtsentwicklung in Liechtenstein.

Unter der Moderation von Prof. Noam Noked diskutieren Prof. Dr. Francesco Schurr und Prof. Dr. Nicolas Raschauer das neue liechtensteinische Blockchain-Gesetz (TVTG) an der Chinese University of Hong Kong.

Im Referat im exklusiven Shangri-La Hotel führte William Ahern, Family Capital Conservation Limited, zurück in die Vergangenheit und bot spannende Einblicke in die Geschichte Hong Kongs als eine Trust Jurisdiktion. Im Anschluss und zum Ausklang des ersten Tages wurden die Studierenden des Executive Master of Laws (LL.M.) im Gesellschafts-, Stiftungs- und Trustrecht zu einem Apéro in eine der grössten Kanzleien Hongkongs, Des Voeux Chambers, geladen, welchen die Studierenden zum Gedankenaustausch und Netzwerken nutzen konnten.

Studierende des LL.M. im Gesellschafts-, Stiftungs- und Trustrecht mit Vertretern der Kanzlei Des Voeux Chambers, Hong Kong.

Der nächste Tag in Hong Kong startete mit einem gemeinsamen Vortrag von Prof. Steven Gallagher, Elliot Fung und Prof. Noam Noked, Chinese University of Hong Kong, zum Thema „Hong Kong Trust Law: Legislation and Cases“. Nach diesem spannenden Überblick über die aktuelle Rechtsprechung und Gesetzgebung im Trust Law erwarteten die Studierenden weitere Vorträge bei Bryan Cave Leighton Paisner und Deacons. Im Anschluss konnten die nächsten Nachmittagsstunden in der pulsierenden Stadt genossen werden, bevor am Abend ein Besuch bei der LGT Bank zu einem Vortrag und einem Dinner im Bowen Room des Conrad Hotels anstand.

Studierende des LL.M. im Gesellschafts-, Stiftungs- und Trustrecht mit Prof. Steven Gallagher, Elliot Fung und Prof. Noam Noked, Chinese University of Hong Kong


Bei der renommierten Anwaltskanzlei Deacons erhielten die EMBA IAM-Studierenden  (Executive Master Business Administration in International Asset Management) einen Überblick über die regulatorischen Rahmenbedingungen der Tätigkeit von Finanzdienstleistern in Hongkong. Die besuchten Finanzdienstleister selbst deckten ein weites Spektrum ab: Von der Repräsentanz der Bendura Bank über den Asset Manager Silverhorn bis zur Kryptobörse OKEx spannte sich der Bogen. Die Studierenden waren dabei insb. von der Dynamik dieses Finanzplatzes angetan und nutzten eifrig die Gelegenheit zur Diskussion mit den Gastgebern; so nahm sich etwa das Team bei Silverhorn zwei Stunden Zeit, bis auch die letzten Fragen beantwortet waren. Bei der vorwiegend in Asien tätigen Kryptobörse OKEx überraschte die Grösse des Unternehmens, so sind neben den ca. 40 in Hongkong tätigen Mitarbeitern in der Zentrale in Peking etwa 900 Personen beschäftigt. Darüberhinaus konnten die Studierenden aus erster Hand erfahren, wie die Akteure in Hongkong mit der aktuellen politischen Situation umgehen und welche Auswirkungen diese auf den Finanzplatz hat. Einige der Termine wurden von mehreren Studiengängen gemeinsam wahrgenommen, was den interdisziplinären Austausch zwischen den Studierenden angeregt hat.


Damit war der erste Teil der diesjährigen Studienreise schon beinahe vorüber. Über ihre vielen Eindrücke und interessanten Gespräche konnten sich die Teilnehmenden der vier Executive Masterstudiengänge bei der schon traditionellen Liechtenstein Soirée, die auch in diesem Jahr auf freundliche Einladung der LGT Bank Hong Kong stattfand, austauschen, bevor es am 23. Oktober weiterging zur zweiten Destination der Reise: Singapur.

 

Singapur (23. – 26.10.2019)

Nachdem die Studierenden am 23. Oktober ihre individuelle Reise nach Singapur antraten, kam die Gruppe am 24. Oktober zum ersten Termin bei Ingenia Consultants PTE Ltd zusammen. Wie schon vor zwei Jahren nahm sich Rolf Haudenschild, Head of Compliance and Internal Audit Services, Regulation and Compliance, ausführlich Zeit, den Studierenden das Regulierungskonzept in Singapur darzulegen. Dominierendes Thema war auch hier die Digitalisierung mit ihren unterschiedlichen Facetten. Insbesondere das neue Konzept der „Digital Bank“, für welches die nationale Aufsichtsbehörde MAS fünf Lizenzen vorgesehen hat, wurde ausführlich diskutiert. Über die Chancen und Herausforderungen des Private Bankings bzw Wealth Managements in Asien wurde im Anschluss Marcus Slöör, Managing Director bei Credit Suisse, diskutiert. „Der Wohlstand steigt in Asien weitaus schneller, als in irgendeinem anderen Teil der Welt“, so Slöör. Der Zugang sei aber herausfordernd, denn ein „One size fits all“-Ansatz funktioniere nicht. Hinzu komme die Technikaffinität der jüngeren Generation, die auch in diesem Segment bedient werden müsse. Ganz im Zeichen des internationalen und interdisziplinären Austausches stand der Donnerstagnachmittag, an dem sich wiederum alle Teilnehmenden an der National University of Singapore (NUS) zum gemeinsamen Workshop aller vier Studiengänge trafen. Die Vorträge von Prof. Dr. Michael Hanke, Prof. Dr. Nicolas Raschauer, Prof. Dr. Francesco Schurr und Prof. Dr. Martin Wenz, fanden auch bei den Studierenden der Faculty of Law an der NUS grossen Anklang und zeigten einmal mehr das grosse Interesse an den europäischen Regulierungskonzepten.  

Warum Singapur die perfekten Rahmenbedingungen für FinTech-Unternehmen bietet, wurde am Freitagvormittag ausführlich mit Eu Jin Yang, Li-Ling Ch`ng sowie Jeremiah Huang, Partner bei RHTLaw Taylor Wessing, diskutiert. Letzterer zeigte in fast kabarettreifer Manier die Vorteile des Standortes Singapur gegenüber Hongkong auf. Einen Schwerpunkt in der Diskussion fand natürlich auch das TVTG, welches bei den singapurischen Kollegen auf sehr grosses Interesse stiess. Am Nachmittag stand der Besuch bei der Niederlassung der liechtensteinischen VP Bank Ltd. in Singapur am Programm. Unter anderem präsentierten Bruno Morel, Managing Director, und Reto Marx, Head of Client Business, wie sie als Boutique-Privatbank mit einer breiten Palette an Bankdienstleistungen, spezialisierten Vermögensverwaltungslösungen und Family-Office-Services ihre Kunden erfolgreich bei der Verwaltung ihres Vermögens unterstützen. Den perfekten Abschluss dieser Studienreise bildete der Besuch bei TenX PTD Ltd, einer Blockchain-Firma aus Singapur, die ein digitales Bezahlsystem anbietet und dafür sorgt, dass Kryptowährungen jederzeit und überall sofort verwendet und ausgegeben werden können. Gemeinsam mit den Teilnehmenden des EMBA International Asset Management, erfuhren die Studierenden des Executive Masters im Bank- und Finanzmarktrecht mehr über das Konzept, die Herausforderungen und Zukunftspläne des Blockchain-Unternehmens. Toby Hoenisch, CEO und Co-Gründer stellte sich im Anschluss den zahlreichen Fragen.

Einen besonderen Abschluss fanden die Tage in Singapur bei der zweiten Liechtenstein Soirée im eindrucksvollen National Museum Singapore, zu dem abermals die LGT Bank Ltd. Singapore eingeladen hatte. Bei ausgezeichnetem Essen, liechtensteinischen Weinen und interessanten Ansprachen, konnten die Studierenden ihre Erfahrungen und Eindrücke der letzten Tage austauschen.

Am Samstagvormittag waren es die Studierenden, die im Mittelpunkt des Programms standen. Bei ihren Abschlusspräsentationen an der Law Faculty der NUS, zeigten die Studierenden ihre Ergebnisse der zu bearbeitenden Fallstudien, für die sie das bisher im Studium erworbene Wissen, sowie ihre Erfahrungen und Kenntnisse während der Studienreise einfliessen liessen.

Nach vielen neuen Eindrücken, umfangreichen Informationen, fruchtbaren Diskussionen, neuen Kontakten und Freundschaften, endete die diesjährige Studienreise bei gemeinsamen „Farewell Drinks & Tapas“ auf der Terrasse des Lantern im Fullerton Bay Hotel Singapore.

Die Studierenden des EMBA International Asset Management starteten den Singapur-Teil der Studienreise mit einer Einladung in den Swiss Club, wo sie vom Präsidenten, Rolf Gerber, interessante Fakten zur Geschichte des Clubs sowie aktuelle Entwicklungen in Singapur hörten. Die folgenden zwei Tage waren dann wieder vorwiegend Unternehmensbesuchen gewidmet, wobei neben klassischen Asset Managern wie Aberdeen diesmal einige Startups im Fintech-Bereich am Plan standen, wie z.B. HashStacs, Accredify und TenX. Eine willkommene Abwechslung stellte das Designstudio MightyJaxx dar (s. Foto), das Blockchaintechnologie zur einfachen Echtheitsprüfung und Datensammlung einsetzt. Fast durchwegs konnten die Studierenden dabei ihre Fragen direkt von den CEOs der Unternehmen beantworten lassen. In die gemeinsame Abschlusspräsentation am Samstag flossen die neuen Erkenntnisse aus der Studienreise ein, bevor bei einem Farewell Studierende aller vier Masterstudiengänge ihre Eindrücke aus dieser Woche gemeinsam Revue passieren liessen.

Die EMBA IAM-Studierenden gemeinsam mit Jackson Aw, CEO und Founder von MightyJaxx.