Datensatzerstellung für Lifecycle Process Mining
Viele Organisationen betreiben Prozesse, die nie wirklich abgeschlossen sind: Ein Softwarefehler wird überarbeitet und erneut geöffnet, eine Patientin mit einer chronischen Erkrankung erleidet einen Rückfall und kehrt in Behandlung zurück, eine Compliance-Prüfung muss regelmäßig wiederholt werden. Solche Lebenszyklusprozesse unterscheiden sich grundlegend von den zielgerichteten, einmalig durchlaufenen Prozessen, für die gängige Prozessanalysewerkzeuge entwickelt wurden und die öffentliche Benchmark-Datensätze wie die BPI-Challenge-Logs abbilden. Da bestehende Benchmark-Logs dieses Verhalten nicht erfassen, lassen sich Methoden zur Analyse von Lebenszyklusprozessen weder systematisch vergleichen noch validieren, und Theorien über Lebenszyklusverhalten bleiben mangels realer Daten spekulativ. Der Aufbau eines eigens dafür entwickelten Datensatzes ist daher ein wesentlicher Schritt für dieses junge Forschungsfeld. Dieses Projekt entwickelt eine Pipeline, die lebenszyklusorientierte Ereignisprotokolle aus realen Software-Repositories extrahiert, deren lange, sich stetig entwickelnde Historien von Code, Issues und Releases Lebenszyklusverhalten direkt beobachtbar machen. Sowohl das Extraktionsframework als auch die daraus entstehenden Datensätze mit mehreren Millionen Ereignissen werden offen veröffentlicht, sodass die wissenschaftliche Gemeinschaft die Pipeline auf neue Datenquellen anwenden und direkt auf den veröffentlichten Daten aufbauen kann.
Bezug zu Liechtenstein
Das Projekt entwickelt an der Universität Liechtenstein einen offen verfügbaren Datensatz und ein Extraktionsframework für Lifecycle Process Mining. Öffentlich verfügbare Datensätze werden in der Process-Mining-Forschung breit nachgenutzt; das Projekt trägt damit zur internationalen Sichtbarkeit der Forschung am Standort Liechtenstein bei. Pipeline, Datensatz und Analysewerkzeuge werden öffentlich freigegeben; Forschende, Studierende und interessierte Organisationen können sie nachnutzen und erweitern, sodass die Ergebnisse über die viermonatige Förderperiode hinaus nutzbar bleiben.
Finanzdienstleister und Industrieunternehmen in Liechtenstein betreiben Lifecycle Prozesse, etwa Kunden- und Produktlebenszyklen oder die langfristige Weiterentwicklung von Software und Produkten. Die hier entwickelte Methodik bietet einen ersten Schritt, um solche sich entwickelnden Prozesse mit Process-Mining-Methoden zu analysieren. Ähnliches Potenzial besteht im Gesundheitswesen, wo langfristige Patientenverläufe dieselben Merkmale aufweisen.
Finanzdienstleister und Industrieunternehmen in Liechtenstein betreiben Lifecycle Prozesse, etwa Kunden- und Produktlebenszyklen oder die langfristige Weiterentwicklung von Software und Produkten. Die hier entwickelte Methodik bietet einen ersten Schritt, um solche sich entwickelnden Prozesse mit Process-Mining-Methoden zu analysieren. Ähnliches Potenzial besteht im Gesundheitswesen, wo langfristige Patientenverläufe dieselben Merkmale aufweisen.