Sustainable Finance Fatigue: Diskurs, Märkte und Investoren
Seit dem Paris Agreement im Jahr 2015 hat der Bereich der Sustainable Finance in der akademischen Diskussion an Fahrt aufgenommen und stellt bis heute einen wichtigen Teil der Finanzliteratur dar. Gleichzeitig haben auch die Märkte grosse Zuflüsse in als nachhaltig klassifizierte Produkte verzeichnet. Dieser Trend an den Märkten nimmt jedoch bereits seit einigen Jahren ab. Gründe für diese Trendumkehr sind vielschichtig und bisher unzureichend erforscht. Enttäuschung über schlechtere Performance der grünen Produkte, Enttäuschung über falsche Nachhaltigkeitsversprechen (Greenwashing) und Enttäuschung über zu kleinteilige Regulierungen sowie zu hohe Anforderungen an Berichterstattungen sind einige von ihnen. Diese allgemeine "Ermüdung" im Bereich der Sustainable Finance wird als "Fatigue" bezeichnet. Die Dissertation geht den Gründen für die marktbeobachtbare Trendumkehr nach und fragt, ob Sustainable Finance Fatigue ein tatsächliches, konsistentes Phänomen ist, das sich erklären lässt, oder die falsche Bezeichnung für das, was sich derzeit an den Märkten zeigt. Dabei erfolgt die Analyse aus drei Perspektiven: dem Diskurs in der Literatur, der Reaktion der Märkte auf politische Ereignisse und dem Einfluss der Investoren, um ein möglichst vollständiges Bild dieser Entwicklung zu zeichnen.