Wenn KI zum Standard wird: Wo entstehen die Wettbewerbsvorteile von morgen?
Wenn KI zum Standard wird: Wo entstehen die Wettbewerbsvorteile von morgen?
Am 29. September 2026 trafen sich an der Universität Liechtenstein Experten aus Wissenschaft, Finanzwirtschaft und Technologie zur KI-Konferenz „Die Zukunft des Investierens: Wie Künstliche Intelligenz Wirtschaft, Unternehmen und Investmententscheidungen verändert“.
Die Liechtenstein Business School und PLEXUS Investments organisierten die Veranstaltung gemeinsam. In fünf Vorträgen und zwei Podiumsdiskussionen beleuchteten die Teilnehmer, wie Künstliche Intelligenz Unternehmen und Kapitalanlagen verändert.
Günter Jäger, CEO von PLEXUS Investments, eröffnete die Konferenz. Ein Gedanke prägte den Nachmittag: Je leistungsfähiger und verbreiteter Künstliche Intelligenz wird, desto weniger verschafft die Technologie allein einen Vorsprung. Entscheidend bleibt, wie Unternehmen KI in ihre Abläufe einbinden, welche Daten und Erfahrungen sie nutzen und ob sie daraus bessere Entscheidungen ableiten.
Im ersten Themenblock stand die Sicht der Unternehmen im Fokus. Sebastian Ahrens von PwC Schweiz zeigte, dass der erfolgreiche Einsatz von KI mehr verlangt als neue Werkzeuge: Unternehmen müssen Arbeitsabläufe und Prozesse grundlegend überdenken. Dr. Dr. Christian Hugo Hoffmann vom AI Startup Center Zürich lenkte den Blick auf die Chancen kleiner und dezentraler Organisationen.
In der anschliessenden Podiumsdiskussion diskutierten Ahrens, Hoffmann und Silvan Gehmann von EquityPitcher Ventures die Frage: „Was, wenn nicht KI die grösste Herausforderung für etablierte Unternehmen ist, sondern ihre eigene Vergangenheit? “ Die Runde machte deutlich: Daten, Kundenzugang und konsequente Umsetzung werden zu entscheidenden Unterscheidungsmerkmalen. Gerade etablierte Unternehmen stehen vor der Aufgabe, KI-Anwendungen aus dem Pilotstadium in den Alltag zu bringen.
Der zweite Themenblock widmete sich der Zukunft des Investierens. Lucas von Reuss, Mitgründer von Quant IP, zeigte, wie sich Investmentwissen mit KI skalieren und komplexe Patentdaten systematisch für Anlageentscheidungen nutzen lassen. Prof. Dr. Florian Weigert von der Technischen Universität München gab Einblicke in den Einsatz von Machine Learning bei der Fondsselektion. Marco Wunderlich von GET Capital erklärte den Unterschied zwischen KI-unterstütztem und KI-gesteuertem Portfoliomanagement und stellte die Frage, welche Entscheidungen künftig Maschinen und welche weiterhin Menschen treffen sollten.
In der abschliessenden Podiumsdiskussion stand die Frage „Treffen mit KI irgendwann alle die gleichen Investmententscheidungen? “ im Mittelpunkt. Die Diskussion zeigte: KI demokratisiert den Zugang zu Daten, Modellen und Investmentwissen. Gerade deshalb gewinnen die Qualität der Daten, die Validierung von Modellen, spezifisches Know-how und die Fähigkeit zur Differenzierung weiter an Bedeutung.
Reto Möhr moderierte beide Podiumsdiskussionen, bündelte die Perspektiven der Referenten und vertiefte den Austausch mit dem Publikum.
Ass.-Prof. Dr. Sebastian Stöckl von der Liechtenstein Business School sprach das Schlusswort. Er betonte die Bedeutung des Austauschs zwischen Wissenschaft und Praxis: „Je breiter Künstliche Intelligenz verfügbar wird, desto spannender wird die Frage, wo künftig echte Wettbewerbsvorteile entstehen. Mit unserer gemeinsamen Konferenz wollen wir genau dafür eine Plattform schaffen: um wissenschaftliche Erkenntnisse und praktische Erfahrungen zusammenzubringen und unterschiedliche Perspektiven zu diskutieren. Die grosse Resonanz bestärkt uns darin, diesen Dialog gemeinsam fortzusetzen. “
Ein Networking-Apéro rundete den Nachmittag ab. Die Teilnehmer vertieften die Impulse des Tages und tauschten sich persönlich mit Referenten und Gästen aus.