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Signal, Substrat und Grenzen: Eine signaltheoretische Perspektive auf transformationale Führung

Die vorliegende Arbeit entwickelt ein Verständnis transformationaler Führung (TL) aus Sicht der Costly-Signalling-Theorie. Seit rund vierzig Jahren misst die Forschung TL über Urteile der Geführten und vermengt so Signal und Wahrnehmung; was eine Führungskraft konkret tut, bleibt offen. Charismatische Führung (CL) wurde über die Charismatic Leadership Tactics (CLTs) als Signalsystem operationalisiert; die Arbeit überträgt diese Logik auf das fünffaktorielle TL-Modell.

Auf theoretischer Ebene leitet die Arbeit eine dimensional differenzierte Kostenstruktur ab: Jede TL-Dimension trägt ein eigenes Profil, von erhaltungsgetriebenen Werte-Signalen bis zu produktions-, entwicklungs- und beziehungsseitigen Anforderungen. Ein 3×2-Experiment (N = 433) mit vier nonverbalen CLTs über drei Medien zeigt ein Effektstärkenmuster, das dieser Kostenordnung folgt, nicht der CL-TL-Nähe - erste empirische Evidenz für das Rahmenmodell.

Auf psychologischer Ebene erweist sich Self-Leadership als trainierbares Substrat. Dessen drei Bündel - Verhaltensautomatisierung, motivationale Neuausrichtung, kognitive Restrukturierung - entsprechen den hergeleiteten Kosten. Eine Befragung von 333 Führungskräften zeigt Flow als Mediator aktivierungsgetriebener Dimensionen; in einer Feldstudie mit 150 Beschäftigten trägt das Self-Leadership der Geführten bei wachsender Distanz stärker zur wahrgenommenen TL bei.