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Monaco

Monaco

Mikael Nyman

Ein zweites Zuhause finden

Küste mit blauem Meer.

Als ich für mein Austauschsemester zum ersten Mal in den Süden Frankreichs kam, war für mich alles neu. Ich kannte nicht viele Leute und musste mich erst an eine neue Stadt gewöhnen. Die ersten zwei Monate waren wirklich schwierig. Obwohl ich viele Menschen kennenlernte, sprachen wir meistens darüber, woher wir kamen, was wir studierten und wie lange wir bleiben würden.

Was mir half, mich mehr zu Hause zu fühlen, waren die Menschen, die ich kennenlernte. Mit der Zeit verbrachte ich immer mehr Zeit mit meinen Freunden. Wir gingen zusammen in den Unterricht, arbeiteten an Projekten, gingen in Monaco und Nizza aus, reisten und unternahmen viele andere Dinge. Je mehr wir gemeinsam machten, desto einfacher wurde es, miteinander zu reden. Wir begannen, Witze zu machen und Geschichten zu erzählen, die nur unsere Gruppe verstand. Wir hatten immer etwas zu besprechen, weil wir alle dieselben Erfahrungen machten.

Gleichzeitig gewöhnte ich mich an meinen Alltag. Ich wusste, welchen Zug ich nehmen musste, wo ich Lebensmittel kaufen konnte, wo ich etwas trinken gehen konnte und welche Orte ich gerne besuchte. Dinge, die mir anfangs seltsam erschienen, wurden normal. Ich begann mich auch in meiner Nachbarschaft zu Hause zu fühlen. Einige Ladenbesitzerinnen und Ladenbesitzer sowie Mitarbeitende kannten mich. Sie grüssten mich, wenn ich vorbeiging, oder fragten, wie es mir ging. Dadurch hatte ich das Gefühl, dazuzugehören und nicht einfach nur ein Tourist zu sein.

Es ist lustig, dass mir erst kurz vor meiner Abreise bewusst wurde, wie sehr ich es dort mochte. Je näher mein Abreisedatum rückte, desto mehr dachte ich darüber nach, wie sehr ich meine Freunde, meine Lieblingsorte und meinen Alltag vermissen würde. Da wurde mir klar, dass der Süden Frankreichs, der mir am Anfang noch so fremd erschienen war, tatsächlich zu einer Art zweitem Zuhause für mich geworden war.

Etwas anderes, das mir auffiel, war, dass sich bei meiner Rückkehr nach Finnland vieles nicht mehr gleich anfühlte. Ich dachte, alles würde sich vertraut anfühlen, aber das war nicht der Fall. Während meiner Abwesenheit hatte sich vieles verändert. Meine Geschwister waren ausgezogen. Die meisten meiner Freundinnen und Freunde aus der Schulzeit lebten in anderen Ländern. Nun muss ich mich also wieder ganz neu an mein Zuhause gewöhnen. Der Ort ist derselbe, aber die Menschen und die Routinen sind anders.

Diese Erfahrung hat mir gezeigt, dass es nicht der Ort selbst ist, der einen Ort zu einem Zuhause macht, sondern die Menschen und die Dinge, die man jeden Tag tut.

Küste mit blauem Meer.