earth HUB der Universität Liechtenstein am Lehmbau-Symposium in Chur
earth HUB der Universität Liechtenstein am Lehmbau-Symposium in Chur
Die Universität Liechtenstein war am 2. Lehmbau-Symposium «Lehm verbindet – Tradition trifft Innovation» in Chur mit mehreren Fachbeiträgen, studentischen Arbeiten und einer Exkursion vertreten. Das Symposium brachte Fachleute aus Architektur, Forschung und Baupraxis zusammen und widmete sich aktuellen Fragen rund um das Bauen mit Lehm.
Martin Mackowitz, Hochschuldozent an der Liechtenstein School of Architecture und Leiter des earth HUB der Universität Liechtenstein, sprach gemeinsam mit Flurina Seger von der Hilti Family Foundation zum Thema «Aus der Klimakrise herausbauen». Im Zentrum des Vortrags stand die Frage, welchen Beitrag Holz-Lehm-Systeme zu einer ressourcenschonenden und kreislauffähigen Bauweise leisten können. Vorgestellt wurden unter anderem industrielle Holz-Lehm-Systeme sowie internationale Kooperationen und Wissensnetzwerke im Bereich des nachhaltigen Bauens.
Im Rahmen der Kombivorträge präsentierten die Hochschuldozierenden Cornelia Faisst, Martin Mackowitz und die Masterstudentin Antonia Trager das Forschungsprojekt «Lehmraum Liechtenstein» des earth HUB. Das Projekt untersucht, wie lokale Erdressourcen aus der Rheinebene in Forschung, Lehre und Baupraxis eingesetzt werden können. Ziel ist es, regionale und zirkuläre Bauweisen weiterzuentwickeln und neue Anwendungen für Lehm im zeitgenössischen Holzbau aufzuzeigen.
Praxisprofessorin Anna Heringer sprach in ihrem Vortrag «Schönheit = Nachhaltigkeit» über ihre Haltung zu ressourcenschonender Architektur und die Verbindung von Gestaltung, Material und sozialer Verantwortung.
Ehrendoktor und Lehmbaupionier Martin Rauch widmete sich in seinem Fachvortrag der Frage, wie der Lehmbau sich in der Schweiz von der Pionierleistung zur Breitenanwendung skalieren lässt.
Teil des Symposiums war auch eine Exkursion zum Stampflehmhaus «Gässlihus» Grabs (SG), einem Projekt der Praxisdozenten Timothy Allen und Ronan Crippa. Das rund 400 Jahre alte Bauernhaus aus Holz wurde versetzt und neu aufgebaut. Ergänzt wird die historische Struktur durch einen Neubau aus Stampflehm, der gemeinschaftlich genutzt wird.
Auch Studierende der Universität Liechtenstein beteiligten sich an der Posterausstellung. Franz-Felix Juen und Jonas Pfister präsentierten ihre Arbeiten zu konstruktiven Lösungen im hybriden Holz-Lehmbau. Im Fokus standen materialgerechte Anschlussdetails und bauphysikalische Fragen.
Zäzilia Maria Frager zeigte unter dem Titel «Material statt Oberfläche: Gestaltungspotenziale im Lehm-Holz-Hybridbau», wie Lehm als prägendes Material für Raumwirkung und Atmosphäre eingesetzt werden kann.
Mit dem Thema «Zirkularität im Sockelbereich – Re-use Betonfundamente und Abdichtung mit Lehm» untersuchten Boris Dobrinic und Otto Schlosser nachhaltige Alternativen zu konventionellen Fundament- und Abdichtungssystemen.
Die Beiträge zum Symposium entstanden im Umfeld des earth HUB der Universität Liechtenstein, der sich in Forschung, Lehre und Praxis mit regenerativen Materialien, zirkulären Bauweisen und neuen Ansätzen für eine ressourcenschonende Architektur beschäftigt.
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