Sicher und bewusst im digitalen Raum: Kinder-Uni vermittelt Cybersicherheit spielerisch
Sicher und bewusst im digitalen Raum: Kinder-Uni vermittelt Cybersicherheit spielerisch
Wie erkennt man falsche Informationen? Welche persönlichen Daten sollte man schützen? Und was tun, wenn online eine schwierige Situation entsteht? Mit diesen Fragen setzten sich Kinder zwischen acht und zwölf Jahren bei der Kinder-Uni am 17. Juni 2026 an der Universität Liechtenstein auseinander.
Unter dem Motto Sicher und bewusst im digitalen Raum erkundeten die Teilnehmenden an verschiedenen Stationen ein Online-Spiel sowie Brett-, Karten- und Gruppenspiele. Dabei lernten sie altersgerecht, wie man mit Datenschutz, Desinformation, persönlichen Informationen und Gefahren im Internet umgeht.
An einer Station zeigte das Spiel „Stille Post“, wie sich Informationen verändern, wenn sie von Person zu Person weitergegeben werden. Anschließend wurde der Bogen zu sozialen Medien, Messengern und Online-Videos gespannt. In einem weiteren Spiel ordneten die Kinder Bilder und Aussagen den Kategorien „echt“, „nicht echt“ und „unsicher“ zu. Dabei ging es nicht nur um die richtige Zuordnung, sondern vor allem darum, wie man Informationen prüft und Quellen kritisch bewertet.
Die Kinder-Uni verdeutlichte, dass digitale Sicherheit mehr erfordert als sichere Passwörter und technische Einstellungen. Kinder müssen nicht nur Gefahren kennen, sondern auch üben, wie sie in konkreten Situationen handeln. Dazu gehört, innezuhalten, Informationen zu prüfen und bei Unsicherheit eine vertrauenswürdige Person um Hilfe zu bitten.
Parallel dazu fand eine interaktive Podiumsdiskussion für Eltern und Begleitpersonen statt. Prof. Dr. Pavel Laskov, Experte für Daten- und Anwendungssicherheit an der Universität Liechtenstein, moderierte die Runde. Mit ihm diskutierten Michaela Varrone, Fachbereichsleiterin für Schulmedien beim Schulamt Liechtenstein, und Ass.-Prof. Dr. Clemens Sauerwein, Experte für Security Engineering an der Universität Innsbruck und Gastforscher in Liechtenstein.
Im Fokus standen der Umgang mit digitalen Risiken, die Auswirkungen künstlicher Intelligenz und die Frage, wie Kinder sicher und selbstständig digitale Angebote nutzen können. Die Diskussion betonte, dass Schulen und Eltern viel bewirken können, die Verantwortung aber nicht allein tragen dürfen. Auch Anbieter digitaler Plattformen müssen Sicherheit und Privatsphäre von Anfang an in ihre Angebote integrieren und altersgerechte Schutzmechanismen bereitstellen.
Internationale Zusammenarbeit im Projekt "KidCy"
Die bei der Kinder-Uni genutzten Lernangebote entstanden im Rahmen des europäischen Erasmus+-Projekts "KidCy". An der Universität Liechtenstein koordinieren Dr. Irdin Pekaric und Prof. Dr. Pavel Laskov das Projekt.
KidCy vereint Partner aus mehreren europäischen Ländern: die Universität Liechtenstein, die Universität Innsbruck, die Inland Norway University of Applied Sciences, die Vilnius University und den CyberSecurity Hub in der Tschechischen Republik. Die Partner bringen Fachwissen aus Cybersicherheitsforschung, Pädagogik, Spieleentwicklung und schulischer Bildung ein.
Gemeinsam entwickeln sie ein altersgerechtes Curriculum sowie digitale und analoge Lernmaterialien, die Kindern Cybersicherheit praktisch näherbringen. Grundlage sind wissenschaftliche Erkenntnisse über digitale Gefahren sowie die Perspektiven und Erfahrungen der Kinder selbst. Die Materialien sollen Lehrkräfte und Bildungseinrichtungen dabei unterstützen, Themen wie Datenschutz, Desinformation, sichere Onlinekommunikation und den Umgang mit digitalen Risiken praxisnah zu vermitteln.
Die Kinder-Uni bot die Gelegenheit, die im Projekt entwickelten Ansätze spielerisch zu erproben und den Austausch zwischen Kindern, Eltern, Schulen und Forschung zu fördern.