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LLB und Universität Liechtenstein lancieren nachhaltiges Innovationsprojekt

Die Liechtensteinische Landesbank AG (LLB) und die Universität Liechtenstein lancieren ein Forschungsprojekt für nachhaltige Investments. Dieses erhält eine Innosuisse-Förderung für 2 1/2 Jahre und wird vom Land Liechtenstein mitfinanziert. Die wissenschaftsbasierte Innovation soll neue Wege beim Management von nachhaltig orientierten Fonds in der Praxis aufzeigen.

Nachhaltigkeitsorientierte Anlageentscheidungen können genauso wie ein bewusstes Konsumentenverhalten zu einem ökologischen, ressourcenschonenden und sozial gerechten Wirtschaftssystem beitragen. So spielt Nachhaltigkeit im Anlageprozess vor allem gepaart mit wachsenden regulatorischen Vorgaben eine immer grössere Rolle. Das wissenschaftsbasierte Innovationsprojekt «An ESG-based Investment Case for Absolute Return Funds» zwischen der Liechtensteinischen Landesbank und der Universität Liechtenstein beschäftigt sich mit den Auswirkungen dieses Strukturwandels auf Kapitalmärkte und Anleger.
«Wir wollen im Rahmen des Projekts Wege aufzeigen, wie die positiven umwelt- und sozialpolitischen Einflüsse unterstützt werden können, ohne anlagepolitische Zielgrössen wie Rendite und Risiko zu beeinträchtigen», so Bernhard Schmitt, Leiter des Equity & Multi Manager Managements der LLB. Bestehende Investmentansätze vernachlässigen oftmals die Auswirkung massiver Kapitalflüsse hin zu nachhaltigen Investitionsmöglichkeiten. «Wir möchten innovative Methoden aus dem Bereich der künstlichen Intelligenz verwenden, um die Auswirkungen dieser Kapitalflüsse frühzeitig zu erkennen und in einem innovativen und nachhaltigen Fonds-Produkt zu bündeln. Es freut uns sehr, dass unsere Projektidee von der Innosuisse Agentur positiv begutachtet und somit der Innovationsgrad und die methodische Qualität als hoch eingestuft wurden», fügt Projektleiter Dr. Sebastian Stöckl, Assistenzprofessor am Lehrstuhl für Finance der Universität Liechtenstein, hinzu. «Es handelt sich dabei um das bisher grösste Innosuisse-Projekt für die Universität und zeigt damit auch seine Relevanz für die Fördergeber.»


Nachhaltig investieren neu gedacht

Die grundlegende Annahme ist, dass nachhaltiges Investieren einen positiven Einfluss auf Umwelt, Gesellschaft und die unternehmerische Kultur hat. Wer sich im Anlageprozess von der Nachhaltigkeit leiten lässt, kann die Welt, in der wir leben, entscheidend mitprägen. Die heutigen Kapitalmärkte ermöglichen es Anlegern, ihr Kapital zielgerichtet nachhaltigen Unternehmungen zur Verfügung zu stellen. Auch wenn für einen Einzelinvestor der Einfluss begrenzt zu sein scheint, so entsteht durch die Bündelung vieler Anleger eine massive Marktmacht. Das heisst, wenn viele Anleger gemeinsam bei der Anlage ihres Kapitals ökologisch und gesellschaftlich nachhaltig agierende Unternehmen bevorzugen, werden diese Unternehmen von günstigeren Finanzierungsbedingungen profitieren können. In Folge dessen sinken deren Finanzierungskosten und sie können daher mehr Projekte mit positiven Folgen für Umwelt und Gesellschaft realisieren. Auf der anderen Seite wächst der Druck auf nicht nachhaltig agierende Unternehmen, deren Finanzierungskosten immer weiter steigen, doch nachhaltiger zu agieren. «Die Grundidee des geplanten Innovationsprojekts ist die Konstruktion eines Anlageproduktes, das eine nachhaltige Ökonomie fördert und gleichzeitig Renditeunterschiede aufgrund der koordinierten Umlenkung nachhaltiger Kapitalflüsse berücksichtigt», erklärt Dr. Georg Peter, Umsetzungspartner der LLB.


Moderne Analysemethoden stehen im Zentrum

Neben traditionellen Finanzmarktdaten und Unternehmenskennzahlen kommt nun eine schier unüberblickbare Fülle von Nachhaltigkeitsdaten unterschiedlichster Datenanbieter und Ratingagenturen hinzu. Um diesen Daten Sinn zu verleihen und Rückschlüsse daraus zu ziehen, sollen alternative Datenquellen und hochentwickelte Analysemethoden aus dem Bereich der künstlichen Intelligenz zur Anwendung kommen. Das Ziel ist, nicht nur die ökologische, soziale und unternehmerische Nachhaltigkeit exakter messen zu können, sondern auch Modelle für die zuverlässige Prognose nachhaltiger Kapitalströme zu entwickeln.


Know-how made in Liechtenstein

Der Startschuss für das Projekt wurde nun im Rahmen einer Zeremonie zwischen den Projektpartnern und dem Amt für Volkswirtschaft als zuständige Behörde gegeben. Es ist ein gelungenes Beispiel für den Wissenstransfer von der Universität Liechtenstein in die lokale Wirtschaft. Davon profitieren neben den Projektpartnern besonders auch die Kunden der LLB sowie der gesamte Finanzplatz. "Die Universität Liechtenstein bietet die wissenschaftliche und methodische Expertise während die LLB die Finanzmarkterfahrung, das unternehmerische Know-how und den Marktzugang beisteuert. Ein perfekter Mix für ein herausforderndes Innovationsprojekt", schliesst Dr. Lars Kaiser, Assistenzprofessor am Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre, Bank- und Finanzmanagement der Universität Liechtenstein. Bereits zum Wochenstart konnte die Liechtensteinische Landesbank die Unterzeichnung der "Principles for Responsible Investment" der Vereinten Nationen (UN PRI) bekannt geben. Somit sieht Roland Matt, Group CEO der LLB, in dieser Zusammenarbeit mit der Universität Liechtenstein eine klare Botschaft von Seiten der LLB. "Wir haben die UN PRI unterzeichnet, um damit die besondere Bedeutung von Nachhaltigkeitsaspekten für unsere Finanzanlagen zu unterstreichen. Dieses Projekt zeigt beispielhaft, dass wir diese Prinzipien bereits leben."


Links: www.uni.li  / www.llb.li / www.innosuisse.ch / www.unpri.org