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Anna Heringer mit Max-Beckmann-Preis der Stadt Frankfurt ausgezeichnet

Anna Heringer mit Max-Beckmann-Preis der Stadt Frankfurt ausgezeichnet

Würdigung für visionäres Bauen mit natürlichen Materialien

 

Die Liechtenstein School of Architecture freut sich, mitteilen zu dürfen, dass die Praxisprofessorin Anna Heringer mit dem renommierten Max-Beckmann-Preis der Stadt Frankfurt am Main ausgezeichnet wurde. Die Stadt ehrt damit ihr aussergewöhnliches Engagement für eine sozial gerechte, kulturell verwurzelte und ökologisch nachhaltige Architektur. Der Preis ist mit 50'000 EUR dotiert. 

 

Anna Heringer ist international bekannt für ihre Projekte mit natürlichen Baumaterialien wie Lehm und Bambus. Ihre Arbeiten verbinden traditionelle Bauweisen mit zeitgenössischem Design und zeigen eindrucksvoll, wie Architektur zu einer positiven gesellschaftlichen und ökologischen Entwicklung beitragen kann.

 

Als Praxisprofessorin bringt Anna Heringer diese Haltung direkt in die Lehre an der Universität Liechtenstein ein und inspiriert Studierende dazu, Verantwortung im globalen Baukontext zu übernehmen.

 

Wir gratulieren herzlich zu dieser verdienten Auszeichnung!

Austausch über die neuesten praxisrelevanten Entwicklungen im Bereich der Compliance

Austausch über die neuesten praxisrelevanten Entwicklungen im Bereich der Compliance

Am 27. Mai 2025 richteten die Professuren für Gesellschafts-, Stiftungs- und Trustrecht, Bank- und Finanzmarktrecht sowie Wirtschaftsstrafrecht, Compliance und Digitalisierung den Compliance-Day 2025 aus. Rund einhundert Fachleute aus Recht, Wirtschaft und Industrie füllten den SAL (Saal am Lindaplatz), um sich über die neuesten praxisrelevanten Entwicklungen im Bereich der Compliance auszutauschen.

 

In ihrer Begrüssung hob Prof. Dr. Alexandra Butterstein, LL.M., Dekanin der Liechtenstein Business Law School und Inhaberin der Professur für Gesellschafts-, Stiftungs- und Trustrecht, die wachsenden Anforderungen an Compliance-Officer hervor. Aufgrund der stetig zunehmenden Regulatorien gewinnen gezielte Weiterbildungsprogramme, wie der «Compliance-Day», der «Zertifikatsstudiengang Compliance-Officer» oder der «Intensivkurs Strafrecht und Unternehmen» der Universität Liechtenstein stetig an Bedeutung. Sie dankte den Referierenden sowie der Liechtensteinischen Treuhandkammer und der Finanzmarktaufsicht Liechtenstein für die Mitgestaltung einzelner Themenblöcke.

 

Das Vormittagsprogramm, in welchem zunächst die Verankerung von Compliance in operativen Unternehmensprozessen im Vordergrund stand, wurde von Prof. Alexandra Butterstein moderiert. Dr. Christian Wind veranschaulichte, wie sich Risikokontrollen in die Wertschöpfung einbetten lassen, ohne Effizienz zu verlieren. Im Anschluss zeigte MMag. Peter Schieferer anhand praxisnaher Fallstudien den Umgang mit klassischen Compliance-Risiken in der Praxis, wie etwa mangelnde IT-Sicherheit, aus Sicht eines Industrieunternehmens auf. Kurz vor der ersten Kaffeepause führte Stephan Gebauer in seinem Vortrag aus, dass Regeln allein nicht genügen, um moralisches Verhalten zu sichern, vielmehr brauche es auch die persönliche Bereitschaft, Regeln anzuerkennen und die damit verbundenen Einschränkungen mitzutragen. Abgerundet wurde der Vormittag mit einem Schwerpunkt zu Compliance und Risikoprävention durch Dr. Mathias Bitschnau, der die Anforderungen an eine Verdachtsmitteilung gemäss Art. 17 SPG erläuterte, sowie Dr. Stephan Ochsner, der angesichts einer immer dynamisch werdenderen Sanktionslandschaft die Umsetzung internationaler Sanktionen aufzeigte. Den Vormittag schloss eine Podiumsdiskussion ab, die Gelegenheit bot, die zuvor behandelten Themen gemeinsam mit dem Publikum ausführlich zu beleuchten und zu vertiefen.

 

Nach dem Netzwerklunch übernahm Prof. Dr. Bernhard Burtscher, Inhaber der Professur für Bank‑ und Finanzmarktrecht, die Moderation des Nachmittagsblocks zu Finanzmarktthemen. Unter seiner Leitung skizzierte Dr. Alexander Putzer die Reform des liechtensteinischen Bankengesetzes, insbesondere die Rolle der Compliance-Funktion, die Vereinbarkeit von Beratung und Kontrolle sowie Risiken bei der Übernahme ausländischer Vorgaben. Mag. Philipp Röser stellte die kommenden Anforderungen der AML-Verordnung vor – darunter neue Meldepflichten, der Schutz des Geldwäschebeauftragten und Herausforderungen bei der Identifikation wirtschaftlich Berechtigter. Dr. Siegfried Herzog gab Einblicke in die Umsetzung der MiCAR, die Bedeutung der TFR, die Anforderungen an Transparenz, Meldesysteme und den Umgang mit Stablecoins. Zentrale Frage der Diskussion danach: Wie können Institute regulatorische Komplexität meistern?

 

Den Digitalisierungsschwerpunkt eröffnete Prof. Dr. Konstantina Papathanasiou, Inhaberin der Professur für Wirtschaftsstrafrecht, Compliance und Digitalisierung und Senatsvorsitzende der Universität Liechtenstein. In ihrer Rolle als Moderatorin wies sie auf aktuelle gesetzgeberische Entwicklungen im Bereich der Digitalisierung in der EU und im Fürstentum Liechtenstein hin – insbesondere auf DORA, NIS II und das Cyber-Sicherheitsgesetz. Mag. Anton Grones, Jurist und Techniker, beleuchtete in seinem Referat die Rolle des Datenschutzes in global eingebetteten Risikomanagementsystemen und ging dabei auch auf den AI Act ein. Im letzten Vortrag der spannenden Tagesveranstaltung widmete sich Dr. Michael Faske den Besonderheiten interner Untersuchungen im digitalen Zeitalter. Im Mittelpunkt stand der Einsatz von Generativer KI, insbesondere ChatGPT. Die Teilnehmenden nutzten die abschliessende Fragerunde, um die Themen des Nachmittagsblocks näher zu diskutieren.

 

In ihrem Schlusswort bedankte sich Prof. Papathanasiou im Namen aller Mitveranstalter bei den Referierenden für ihre Mitwirkung und bei den Teilnehmenden für ihr Interesse. Sie sprach eine herzliche Einladung zum Besuch der Veranstaltungen der Universität Liechtenstein aus. Beim abschliessenden Apéro wurden die Tagungsthemen in persönlicher Atmosphäre vertieft, neue Kontakte geknüpft und künftige Kooperationen angestossen. Das einhellige Fazit lautete, dass der Compliance-Day seine Rolle als zentrale Dialogplattform der DACHLI-Region einmal mehr überzeugend bestätigt hat. Die nächste Ausgabe ist bereits für das Frühjahr 2026 geplant und soll erneut praxisnahe Impulse für ein nachhaltiges Compliance-Management liefern.

Gastprofessor der Universität Liechtenstein wird Präsident des Weltverbands für Wirtschaftsinformatik

Gastprofessor der Universität Liechtenstein wird Präsident des Weltverbands für Wirtschaftsinformatik

Ein lächelnder Mann in einem Anzug steht vor einem hellen Fenster.

Prof. Dr. Jan vom Brocke, Gastprofessor der Liechtenstein Business School der Universität Liechtenstein, wurde von den Mitgliedern der internationalen Association for Information Systems (AIS), dem Weltverband für Forschung und Lehre in der Wirtschaftsinformatik, zum nächsten Präsidenten gewählt.

 

Die 1994 gegründete, gemeinnützige Association for Information hat Mitglieder in über 100 Ländern mit Standorten in Nord- und Südamerika, Europa, im Nahen Osten und Afrika sowie im Asien-Pazifik-Raum. Der Verband veröffentlicht renommierte Fachzeitschriften, organisiert Konferenzen und fördert so den Austausch zwischen Personen und Organisation, die in Forschung, Lehre, Praxis und Studium der Wirtschaftsinformatik weltweit führend sind.
Jan vom Brocke wird als 32. Präsident die internationale Vereinigung ab dem 1. Juli 2025 drei Jahre lang führen. Er ist erst der dritte Präsident aus der DACHLI-Region, nach Claudia Loebecke (Universität zu Köln, 11. AIS Präsidentin) und Helmut Krcmar (Technisch Universität München, 20. AIS Präsident).
«Ich freue mich sehr über das Vertrauen und die Möglichkeit, die Association mitzugestalten. Als Präsident möchte ich mich insbesondere dafür einsetzen, den Beitrag der Wirtschaftsinformatik zu gesellschaftlich und wirtschaftlich relevanten Herausforderungen weiter zu steigern», so Jan vom Brocke.
Jan vom Brocke war von 2007 bis 2023 Inhaber des Hilti Lehrstuhls für Wirtschaftsinformatik, von 2018 bis 2022 Leiter des Instituts für Wirtschaftsinformatik und zwischen 2012 und 2018 Prorektor der Universität Liechtenstein. Er ist Mit-Begründer der Disziplin «Process Science», die digitale Spuren und KI-Methoden nutzt, um Prozesse in Wirtschaft und Gesellschaft zu analysieren und zu gestalten.

Ein lächelnder Mann in einem Anzug steht vor einem hellen Fenster.

Prof. Dr. Konstantina Papathanasiou spricht Grusswort bei der 50-Jahre-Feier der Onassis Foundation

Prof. Dr. Konstantina Papathanasiou spricht Grusswort bei der 50-Jahre-Feier der Onassis Foundation

Eine Rednerin in rotem Kleid steht an einem Podium auf einer Bühne, umgeben von Publikum. Im Hintergrund ist eine Leinwand mit der Aufschrift "Celebrating 50 Years of the Onassis Foundation" zu sehen. Die Veranstaltung findet in einem festlich beleuchteten Raum statt.

Am Freitagabend, dem 16. Mai 2025, hatte Prof. Dr. Konstantina Papathanasiou, LL.M., die Ehre, im Rahmen der Feierlichkeiten zum 50-jährigen Bestehen der Onassis Foundation Grussworte an das Publikum zu richten.

 

In ihrer Ansprache betonte sie die prägende Rolle der Stiftung auf ihrem persönlichen und akademischen Weg.

 

Dank eines Promotionsstipendiums der Onassis Foundation konnte sie in den Jahren 2008/2009 ihre Entscheidung verwirklichen, eine Promotion an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg aufzunehmen – ein bedeutender Schritt auf ihrem Weg zur Selbstverwirklichung und wissenschaftlichen Weiterentwicklung.

Eine Rednerin in rotem Kleid steht an einem Podium auf einer Bühne, umgeben von Publikum. Im Hintergrund ist eine Leinwand mit der Aufschrift "Celebrating 50 Years of the Onassis Foundation" zu sehen. Die Veranstaltung findet in einem festlich beleuchteten Raum statt.

Kick-off für Erasmus+ Projekt «SocioEcoHoods»: Gemeinsam für nachhaltige Nachbarschaften

Kick-off für Erasmus+ Projekt «SocioEcoHoods»: Gemeinsam für nachhaltige Nachbarschaften

Gruppe von zehn Personen steht vor einer Wand mit dem Schriftzug "Architektur" und hält ein Erasmus+ Banner. Sie lächeln in die Kamera.

Mit einem Auftakttreffen in Vaduz startete das europäische Erasmus+ Projekt «SocioEcoHoods» offiziell, das von der Liechtenstein School of Architecture mit ihren Mitarbeitenden Cornelia Faisst und Johannes Herburger geleitet wird. Ziel ist es, durch inter- und transdisziplinäres Lernen bürgerschaftliches Engagement, gesellschaftliche Teilhabe und nachhaltige Stadtentwicklung in Nachbarschaften in vier europäischen Städten zu fördern.

 

Das Projekt orientiert sich an den Zielen der EU-Leipzig-Charta und dem New European Bauhaus Compass. Im Mittelpunkt steht die Verbindung von Forschung, Lehre und Praxis zur Förderung einer sozial-ökologischen Transformation urbaner Räume. Innovative Lehrformate sollen neue Impulse für nachhaltige Quartiersentwicklung setzen – immer in engem Austausch zwischen Wissenschaft, Studierenden und lokalen Akteurinnen und Akteuren. 

 

Jede Partnerinstitution verantwortet ein eigenes Arbeitspaket, das Forschung und Lehre miteinander verknüpft. Geplant sind angewandte Lehr- und Forschungs-Formate wie Reallabore, Workshops und Fallstudien an den jeweiligen Standorten. Den Abschluss bildet eine internationale Konferenz, die Raum für Austausch, Reflexion und Vernetzung schafft. 

 

In Liechtenstein liegt der Fokus auf lokalen Nachbarschaften in Zusammenarbeit mit der Offenen Jugendarbeit Vaduz – Camäleon sowie Streetwork Liechtenstein. Gemeinsam mit Jugendlichen, Studierenden und Expertinnen und Experten werden partizipative Planungsansätze im lokalen Kontext erprobt. 

 

Beteiligt am Projekt sind die Universität Liechtenstein (LI), die Universität Münster (DE), die Bergen School of Architecture (NO) sowie die Universität Genua (IT). Unter dem Titel «SocioEcoHoods – Teaching for the Socio-Ecological Transformation of Neighborhoods: An Inter- and Transdisciplinary Approach» finden bis zum Projektende im Jahr 2027 an allen Partnerhochschulen mehrtägige Workshops mit Studierenden statt. 

 

Langfristig leistet das Projekt einen Beitrag zur Umsetzung europäischer Nachhaltigkeitsziele, stärkt lokale Planungskompetenzen und fördert gesellschaftliche Teilhabe durch neue Formen des Lernens und Gestaltens.

Gruppe von zehn Personen steht vor einer Wand mit dem Schriftzug "Architektur" und hält ein Erasmus+ Banner. Sie lächeln in die Kamera.

Studienreise des Executive Master of Laws (LL.M.) im Gesellschafts-, Stiftungs- und Trustrecht in die Vereinigten Staaten

Studienreise des Executive Master of Laws (LL.M.) im Gesellschafts-, Stiftungs- und Trustrecht in die Vereinigten Staaten

Zwischen dem 11. und 17. Mai 2025 fand die knapp einwöchige Studienreise des Executive Master of Laws (LL.M.) im Gesellschafts-, Stiftungs- und Trustrecht nach New York und Washington D.C. statt.

 

Die Studierenden erhielten unter der akademischen Leitung von Prof. Dr. Alexandra Butterstein, LL.M., und Prof. Dr. Francesco A. Schurr vertiefte Einblicke in das US-amerikanische Trust- und Gesellschaftsrecht.

 

 

New York: Einblicke in das US-amerikanische Trustrecht

 

Die Studienreise startete in New York mit dem thematischen Schwerpunkt zur internationalen Vermögensplanung bei Baker McKenzie und Schwartz Sladkus Reich Greenberg & Atlas LLP. In der renommierten Kanzlei Katten Muchin Rosenman LLP erhielten die Teilnehmenden praktische Einblicke zum US-Trust für internationale Mandanten. Aus akademischer Sicht waren zudem die Besuche der Cardozo School of Law, der New York University School of Law sowie der New York Law School bereichernd. Ein besonderes Highlight war der Besuch der Ständigen Vertretung des Fürstentums Liechtenstein bei den Vereinten Nationen, bei dem Myriam und Noah Oehri die Arbeit der Mission vorstellten.

 

 

Washington D.C.: Begegnungen mit Recht und Diplomatie

 

In Washington D.C. standen zu Beginn Besuche der Georgetown University und der American University auf dem Programm. Hier hatten die Studierenden Gelegenheit, sich in Workshops über rechtliche Ansätze zur Vermögensübertragung auszutauschen. Anschliessend besuchten die Teilnehmenden den US-Supreme Court und nahm an einer Führung durch den Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten und an einer Courtroom Lecture teil. Der Tag fand seinen Ausklang mit einem Besuch der liechtensteinischen Botschaft in Washington D.C. bei Botschafter Georg Sparber. Zum Abschluss wurden aktuelle Herausforderungen im Zusammenhang mit privater Vermögensstrukturierung in der Rechtsanwaltskanzlei McDermott Will & Emery LLP diskutiert. Insgesamt bot die Studienreise den Studierenden eine einzigartige Gelegenheit, theoretisches Wissen mit praktischen Erfahrungen zu verknüpfen sowie internationale Netzwerke und Know-how aufzubauen.

Nachbericht zum Intensivkurs «Steuerstrafrecht»

Nachbericht zum Intensivkurs «Steuerstrafrecht»

Ein Mann in Anzug steht neben einem Plakat, das den Intensivkurs „Steuerstrafrecht“ der Universität Liechtenstein ankündigt. Das Plakat enthält Informationen zu Datum, Uhrzeit und Inhalten des Kurses.

Die Professur für Wirtschaftsstrafrecht, Compliance und Digitalisierung führte am 12. und 13. Mai 2025 den Intensivkurs «Steuerstrafrecht» durch.

 

Bereits die Grössenordnung der Steuerkriminalität illustriert deren besondere Aktualität und Praxisrelevanz: Die sogenannte Steuerlücke ist die Differenz zwischen laut Gesetz zu zahlenden und tatsächlich geleisteten Steuern. Sie misst insbesondere auch den Steuerausfall durch kriminelles Verhalten. Studien für Österreich legen eine Steuerlücke von bis zu CHF 15 Mrd. für das Jahr 2021 nahe (rund 8% der erwarteten Gesamteinnahmen). Die Mehrwertsteuerlücke der Europäischen Union wurde im Jahr 2020 auf rund CHF 90 Mrd. geschätzt (rund 9% der erwarteten MwSt.-Gesamteinnahmen). Etwa ein Viertel der Lücke soll direkt auf Mehrwertsteuer-Betrug zurückzuführen sein.

 

Das Steuerstrafrecht ist eine klassische Querschnittsmaterie: Die zwei – schon je für sich – anspruchsvollen Rechtsgebiete Finanzrecht und Strafrecht gehen zwar «Hand in Hand», sind aber charakterlich verschieden. Praxisarbeit im Steuerstrafrecht erfordert daher Grundkenntnisse in beiden Rechtsgebieten. Besonders kompliziert können ausserdem Prozessrechtsfragen sein: Ein einheitliches Verfahrensgesetz – wie im Kriminalstrafrecht die liechtensteinische Strafprozessordnung – existiert nicht. Nicht zuletzt aus der Grundrechtsperspektive von Beschuldigten ist das herausfordernd.

 

Der Gesamtfokus des Kurses lag auf der Vermittlung von Grundzügen des Steuerstrafrechts unter Einbeziehung des komplexen Regelungszusammenhangs. Die Lösung von Rechtsproblemen in der Praxis erfordert einen «Werkzeugkoffer». Die wichtigsten Werkzeuge sind Grundkenntnisse juristischer Arbeitstechnik, Problembewusstsein und systematisches Verständnis. Dr. Günther Schaunig, Postdoc-Assistent an der Professur für Wirtschaftsstrafrecht, Compliance und Digitalisierung vermittelte diese Grundkenntnisse sowie eine Systembildung, um die Fragmente der Rechtsordnung in einen grösseren Zusammenhang zu stellen und so klarer werden zu lassen. Danach wurden Schwerpunkte wie Mehrwertsteuerdelinquenz und das in der (Verteidigungs-)Praxis besonders wichtige Prozessrecht vertieft. Prof. Dr. Konstantina Papathanasiou, LL.M., schloss den Kurs mit Ausführungen zum Unternehmensstrafrecht ab.

Ein Mann in Anzug steht neben einem Plakat, das den Intensivkurs „Steuerstrafrecht“ der Universität Liechtenstein ankündigt. Das Plakat enthält Informationen zu Datum, Uhrzeit und Inhalten des Kurses.

Herzlichen Glückwunsch an Jonas Bokstaller zum Doktorat mit Bestnote

Herzlichen Glückwunsch an Jonas Bokstaller zum Doktorat mit Bestnote

Eine Gruppe von Menschen steht auf einer Treppe in einem modernen Gebäude. Im Vordergrund hält eine Person ein Dokument in der Hand, umgeben von lächelnden Kollegen. Die Szene ist gut beleuchtet durch ein Oberlicht.

Die Universität Liechtenstein gratuliert Jonas Bokstaller herzlich zur erfolgreichen Verteidigung seiner Dissertation mit Bestnote. Der Liechtensteiner wurde von Assoz. Prof. Dr. Johannes Schneider betreut und durch seine Ko-Mentoren Prof. Dr. Jan vom Brocke und Prof. Dr. Simon Lux begleitet. Die Dissertation entstand in enger Zusammenarbeit mit der Firma Hilti und unterstreicht damit einmal mehr die hervorragende Kooperation zwischen der Universität Liechtenstein und regionalen Unternehmen.

 

In seiner Arbeit widmet sich Jonas Bokstaller der Entwicklung einer Plattform zur Überwachung, Vorhersage und Aufrechterhaltung der Gesundheit von Batterien, die Internet-of-Things (IoT)-Geräte antreiben. Die Forschung betont die Bedeutung der langfristigen Wartung solcher Geräte und zeigt auf, wie mithilfe von IoT-Funktionalität Batteriedaten in die Cloud übermittelt werden können.

 

Im Zentrum stehen dabei kleine, energieeffiziente IoT-Geräte, deren Nutzungs- und Batteriedaten mittels Zählern erfasst werden. Das Projekt untersucht die Möglichkeit, allein durch niedrigfrequente Nutzungsdaten präzise Aussagen über den Zustand und die Wartung von Batterien zu treffen. Darüber hinaus diskutiert die Dissertation die Kombination kapazitätsbasierter Modelle mit datengetriebenen Ansätzen zur Bestimmung des Zustands der Batteriegesundheit (State of Health, SoH). Ziel ist es, jederzeit verlässliche Informationen über den Batteriezustand bereitzustellen.

 

Wir gratulieren Jonas Bokstaller herzlich zu diesem herausragenden Erfolg und wünschen ihm für seine berufliche und persönliche Zukunft alles Gute!

Eine Gruppe von Menschen steht auf einer Treppe in einem modernen Gebäude. Im Vordergrund hält eine Person ein Dokument in der Hand, umgeben von lächelnden Kollegen. Die Szene ist gut beleuchtet durch ein Oberlicht.

Alumni mit Haltung

Alumni mit Haltung

Eva Lässer und Michael Fenk gestalten Zwischenräume mit Substanz

 

Mitten im ländlichen St. Galler Rheintal setzen Eva Lässer und Michael Fenk mit ihrem Büro EMM Architekten auf eine Architektur, die den Blick für das Wesentliche schärft: kontextbezogen, reduziert und dauerhaft. Beide haben ihr Architekturstudium an der Universität Liechtenstein absolviert – und bringen heute eine Haltung in die gebaute Umwelt ein, die sich bewusst den Randbereichen und Zwischenräumen zuwendet.

 

 

Bauen mit Blick für das, was oft übersehen wird

 

Als Architekturschaffende im ländlichen St. Galler Rheintal haben sie sich auf regionale Randerscheinungen spezialisiert: Häuser ausserhalb der Bauzonen, Gebäude unter Denkmalschutz, das Bauen mit – hauptsächlich lokalem – Holz. Denn obwohl in ihrer Region viel gebaut wird, stehen diese Themen oft hinter Einzelinteressen und der Rendite an.

 

„Nicht alles, was sich rechnet, ist auch wertvoll.“
– Eva Lässer & Michael Fenk

 

Entgegen dieser Haltung lesen sie Architektur und Umgebung als kollektive Einheit. Für die notwendige und qualitative Verdichtung des dörflichen Kontexts halten sie die Zwischenräume für genauso relevant wie die umgebenden Bauten selbst. Sie versuchen, vorhandene Strukturen zu verstehen und ihre bestehenden Qualitäten zu erhalten. Denn es sind diese präzisen und spezifischen Antworten, die einen Bau die Zeit überdauern lassen.

 

Um dies zu erreichen, braucht es nicht nur Architekturschaffende wie sie, sondern auch eine gewillte Bauherrschaft, nachhaltige Materialien und hochwertige Handarbeit. EMM Architekten setzen bewusst auf Reduktion – und nehmen sich Zeit für das Abwägen von Bedürfnissen, Planung und Ausführung: Qualität vor Quantität. Durch das Verwenden lokaler und natürlicher Baustoffe – insbesondere Holz und Lehm – wollen sie lebenswerte Räume und ein angenehmes Wohnklima schaffen. Gleichzeitig haben diese Materialien die Fähigkeit, sich zu verändern und würdig zu altern – die beste Voraussetzung also, damit ein Bau auch in Zukunft seinen Wert behält.

 

 

Berufliche Stationen im Überblick

 

Michael Fenk
Nach seiner Lehre als Hochbauzeichner mit technischer BMS absolvierte er das Architekturstudium an der Universität Liechtenstein – begleitet von einer praktischen Tätigkeit in einem Architekturbüro. Es folgten Stationen bei Archraum in Altstätten, die Gründung von EMIL Fotografie in Hinterforst sowie später die Gründung von EMM Architekten. Heute ist er Teil der Geschäftsleitung und bringt seine Expertise auch in drei Ortsbildkommissionen ein (Oberriet, Balgach, Thal).

 

Eva Lässer
Nach einer kaufmännischen Lehre und der gestalterischen BMS führte sie ihr Weg ebenfalls ans Architekturstudium in Vaduz. Nach einem Auslandsaufenthalt in Neuseeland und praktischer Erfahrung in Büros wie bbarchitektur (Rorschach) und Archraum (Altstätten), stieg sie bei EMM Architekten ein und ist heute Mitinhaberin. Neben ihrer gestalterischen Arbeit ist sie auch in Wettbewerbskommissionen aktiv.

 

Ihr Tipp an aktuelle Architekturstudierende der Universität Liechtenstein

 

Michael Fenk:

„So früh wie möglich Praxisluft schnuppern – das hilft beim Studieren und eröffnet neue Perspektiven.“

 

Eva Lässer:

„Vielseitigkeit zahlt sich aus – wer über den Tellerrand schaut und verschiedene Interessen mitbringt, erweitert nicht nur seinen Horizont, sondern auch seine beruflichen Möglichkeiten.“

 

 

Alumni-Porträt: Eva Lässer (BA 2013) und Michael Fenk (BA 2012)
Inhaber:innen und Geschäftsleitung EMM Architekten, Hinterforst (SG)

 

Weitere Informationen zum Büro:
www.emm-architekten.ch

 

Photo Credit: EMM Architekten, EMIL Fotografie

Prof. Dr. Bernhard Burtscher gewinnt den Bankenverbandspreis 2025 für seine Habilitationsschrift

Prof. Dr. Bernhard Burtscher gewinnt den Bankenverbandspreis 2025 für seine Habilitationsschrift

Ein Mann im Anzug steht lächelnd in einem modernen Gebäude mit schrägen Fenstern.

Prof. Dr. Bernhard Burtscher – Professor für Bank- und Finanzmarktrecht an der Universität Liechtenstein – wurde mit dem Bankenverbandspreis 2025 (Hauptpreis) ausgezeichnet.

 

Die Jury würdigte seine Habilitationsschrift «Zivilrecht und Zahlungsverkehr», in der er das Zusammenspiel zwischen der europäischen Zahlungsdiensterichtlinie PSD II und dem nationalen Zivilrecht umfassend analysiert. Burtscher zeigt auf, wie europäische Vorschriften mit den nationalen rechtlichen Anforderungen in Einklang gebracht werden können und beleuchtet die Auswirkungen auf die nationale Dogmatik.

 

Die Jury bezeichnete die Arbeit als «echte Grundlagenarbeit», die sowohl theoretische als auch praxisrelevante Lösungen für den Zahlungsverkehr bietet. «Andererseits enthält sie aber eine Fülle von wichtigen Detailergebnissen für die bankrechtliche Praxis. Die Habilitationsschrift ist damit hochbedeutend», so Univ.-Prof. Dr. Martin Winner, Vorsitzender der Jury.

 

Der Bankenverbandspreis wird seit 1978 verliehen und ist mit insgesamt 25.000 Euro dotiert. Burtscher reiht sich mit dieser Auszeichnung in eine lange Liste renommierter Preisträger ein und setzt mit seiner Arbeit einen wichtigen Impuls für die wissenschaftliche Auseinandersetzung im Bankrecht.

Ein Mann im Anzug steht lächelnd in einem modernen Gebäude mit schrägen Fenstern.
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