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Nachbericht zum Intensivkurs «Anti-Money Laundering»

Nachbericht zum Intensivkurs «Anti-Money Laundering»

Broschüren des Intensivkurses „Anti-Money Laundering“ der Universität Liechtenstein, datiert auf 20.–23. März 2024, mit Logos von Kooperationspartnern und einem digitalen Schloss-Symbol auf dem Cover.

Die Professur für Wirtschaftsstrafrecht, Compliance und Digitalisierung führte von 20. bis 23. März 2024 zum dritten Mal den Intensivkurs «Anti-Money Laundering» durch.

 

Der legale Finanz- und Wirtschaftskreislauf wird häufig zu Zwecken von Geldwäscherei und Terrorismusfinanzierung ausgenutzt. Derartige kriminelle Aktivitäten können die Reputation von Unternehmen schädigen und die Integrität des gesamten Finanzplatzes erschüttern. MONEYVAL evaluiert die Effektivität der Systeme seiner Mitgliedstaaten im Kampf gegen diese Straftaten. Der Intensivkurs «Anti-Money Laundering» vermittelt umfassendes Wissen zur Vorbeugung und Bekämpfung von Geldwäsche, organisierter Kriminalität und Terrorismusfinanzierung.

 

Im Rahmen des Intensivkurses wurde in zwölf Vorträgen auf verschiedenste Themen rund um das Phänomen Geldwäscherei eingegangen. Den Beginn machte Henrik Stefan, CAMS (Senior Regulatory Compliance Officer, LGT Bank AG, Vaduz) mit einem Vortrag über «MONEYVAL – Daten & Fakten».

 

Danach gab Mag. iur. Philipp Röser (FMA Liechtenstein) einen Einblick in aktuelle internationale regulatorische Entwicklungen und die Rolle der Finanzmarktaufsicht.

 

Der darauffolgende Vortrag von Dr. Elena Scherschneva, Sachverständige und Unternehmensberaterin im Bereich Prävention von Geldwäscherei und Terrorismusfinanzierung (AML-Compliance e.U., Bad Fischau-Brunn) musste kurzfristig verschoben werden. Dr. Scherschneva wird in einem separaten Online-Termin praxisnah die Mitteilungspflichten bei «Verdacht auf Geldwäscherei, Terrorismusfinanzierung oder organisierte Kriminalität», sowie daran geknüpft die Konsequenzen der (Nicht-)Erstattung von Verdachtsmitteilungen sowie Fälle aus der Praxis referieren.

 

Der zweite Tag widmete sich dem Thema «Strafbarkeitsrisiken bei Verstössen gegen Vorschriften des Sorgfaltspflichtgesetzes». Mag. iur. Daniel Gehri (FMA Liechtenstein) referierte über die Verwaltungsstrafbestimmungen des SPG und ging dabei auf die Abgrenzung zwischen Vorsatz und Fahrlässigkeit ein.

 

Dr. iur. Michael Jehle (Fürstliches Landgericht Liechtenstein) folgte mit Ausführungen zu den Justizstrafbestimmungen des SPG und schloss dann zusammen mit Mag. iur. Wolfgang Walch (Kommissariat Wirtschaftskriminalität der Landespolizei Liechtenstein) den zweiten Tag mit einer «Tour d’horizon» aus Praktikersicht ab.

 

Der dritte Tag begann mit Ausführungen zu den Strafbestimmungen der organisierten Kriminalität und Terrorismusfinanzierung, referiert von Kursleiterin Prof. Dr. Konstantina Papathanasiou. LL.M. (Professur für Wirtschaftsstrafrecht, Compliance und Digitalisierung, Universität Liechtenstein).

 

Danach folgte das Thema Strafbarkeitsrisiken nach § 165 StGB, vorgetragen von Prof. Univ.-Prof. Dr. Severin Glaser, Professor für Finanz- und Wirtschaftsstrafrecht am Institut für Strafrecht, Strafprozessrecht und Kriminologie an der Leopold-Franzens-Universität, Innsbruck. Anschliessend hielt Univ.-Ass. Dr. Jonas Divjak (Institut für Strafrecht und Kriminologie, Universität Wien; ab dem 1. April PostDoc-Mitarbeiter an der hiesigen Professur für Wirtschaftsstrafrecht, Compliance und Digitalisierung) einen Vortrag zum Thema «Datenschutzstrafrecht».

 

Das Thema des vierten und letzten Tages des Intensivkurses war «Geldwäscherei und Terrorismusbekämpfung im digitalen Zeitalter». Lic. oec. publ. Sébastien Caduff (épiphany AG) begann mit einem Vortrag zum Thema «Herausforderung und Chance Kryptowährung».

Broschüren des Intensivkurses „Anti-Money Laundering“ der Universität Liechtenstein, datiert auf 20.–23. März 2024, mit Logos von Kooperationspartnern und einem digitalen Schloss-Symbol auf dem Cover.

US-Botschafter besucht Universität Liechtenstein

US-Botschafter besucht Universität Liechtenstein

Gruppenfoto von Studierenden und Mitarbeitenden der Universität Liechtenstein mit US-Botschafter Scott C. Miller während seines Besuchs. Die Personen stehen in einem modernen Innenbereich der Universität.

US-Botschafter Scott C. Miller und 22 seiner Mitarbeiter aus Bern besuchten Liechtenstein für einen zweitägigen Aufenthalt, um eine Pop-up Embassy einzurichten. Während ihres Besuchs wurden verschiedene Institutionen im Land besucht, darunter auch die Universität Liechtenstein.

 

Auf Wunsch des Botschafters fand ein Roundtable mit Studierenden verschiedener Wirtschaftsstudiengänge sowie dem Rektor Dr. Christian Frommelt und Prof. Dr. Martin Angerer statt. Der Fokus des Interesses von Scott C. Miller lag auf den Studierenden und er wollte von ihnen wissen, wieso sie in Liechtenstein studieren, was sie sich vom (Berufs-)Leben erhoffen. Die Studierenden hatten die Möglichkeit, dem Botschafter Fragen zu stellen und erfuhren dabei unter anderem, wie seine Karriere als Banker begann und wie seine Arbeit als LGBT-Aktivist Präsident Joe Biden auf ihn aufmerksam machte, was schliesslich zu seinem «once ina million lifetimes»-Jobangebot als US-Botschafter in der Schweiz führte.

 

Der Botschafter ermutigte die jungen Studierenden, ihrer Intuition zu folgen. Manchmal ergäben sich die klügsten Entscheidungen aus der Intuition und nicht aus akribischer Planung. Seine Offenheit beeindruckte die Studierenden sehr.

Gruppenfoto von Studierenden und Mitarbeitenden der Universität Liechtenstein mit US-Botschafter Scott C. Miller während seines Besuchs. Die Personen stehen in einem modernen Innenbereich der Universität.

Nachhaltigkeitsaspekte in der Willensbildung des AG-Vorstands

Nachhaltigkeitsaspekte in der Willensbildung des AG-Vorstands

Titelbild der Zeitschrift "Der Gesellschafter", Ausgabe 1/2024, mit Beiträgen zu Gesellschafts- und Unternehmensrecht, darunter Nachhaltigkeitsaspekte in der Willensbildung des AG-Vorstands von Marco Lettenbichler.

In der aktuellen Ausgabe (1/2024) der Zeitschrift für Gesellschaftsrecht (GesRZ) wurde der Beitrag «Der Einfluss von Nachhaltigkeitsaspekten auf die Willensbildung des Leitungsorgans einer AG» von Marco Lettenbichler veröffentlicht. Der Beitrag untersucht, ob der Vorstand einer Aktiengesellschaft Nachhaltigkeitsaspekte (darunter werden insbesondere die 17 sustainable development goals der UN verstanden) bei seiner Entscheidungsfindung berücksichtigen muss.

 

Nach einer Einführung in das Thema werden in der Abhandlung zunächst die normativen Richtlinien für die Leitung einer Aktiengesellschaft beleuchtet. Dabei liegt ein besonderes Augenmerk auf den damit verbundenen Zielkonflikten zwischen Einbeziehung von Nachhaltigkeitsaspekten und Gewinnmaximierung. Neben den bestehenden Corporate Governance Modellen des Shareholder-Value-Ansatzes und Stakeholder-Value-Ansatzes wird auch das neue Konzept der New Corporate Governance beleuchtet. Anschliessend wird untersucht, ob eine privatautonome Verankerung zur Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten im Aktienrecht umsetzbar ist. Insbesondere werden hier Möglichkeiten und Grenzen einer verpflichtenden Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten im Unternehmensgegenstand aufgezeigt. Hingegen werden Regelungen in der Satzungsbestimmung, die Implementierung eines Say on Climates sowie etwaige Zustimmungserfordernisse des Aufsichtsrats ausgeschlossen, da hier Konflikte mit zwingenden Vorgaben des Aktienrechts bestehen.

 

Schliesslich werden die indirekten Einflussfaktoren auf Entscheidungen des Vorstands analysiert. Hierbei werden Mechanismen betrachtet, die sich nicht unmittelbar auf die Governance-Strukturen auswirken, sondern über Umwege wie Vorstandsvergütungen, Berichtspflichten oder die öffentliche Meinung Einfluss auf das Handeln des Vorstands nehmen. Die indirekten Einflüsse einer modernen Vergütungspolitik, der ESG-Berichtspflichten sowie das Kundeninteresse an einer besseren Welt sind künftig wohl die grössten Einflussfaktoren auf das Handeln des Vorstands. Zwingende Vorgaben im Gesetz sowie die privatautonome Verankerung sind nur in begrenztem Umfang vorhanden bzw. möglich.

Titelbild der Zeitschrift "Der Gesellschafter", Ausgabe 1/2024, mit Beiträgen zu Gesellschafts- und Unternehmensrecht, darunter Nachhaltigkeitsaspekte in der Willensbildung des AG-Vorstands von Marco Lettenbichler.

Die Bibliothek der Universität Liechtenstein ist neu bei SLSP und in swisscovery

Die Bibliothek der Universität Liechtenstein ist neu bei SLSP und in swisscovery

Logo von swisscovery, dem Bibliotheksnetzwerk, dem die Universität Liechtenstein beigetreten ist.

Die Bibliothek der Universität Liechtenstein ist SLSP beigetreten. Damit sind ihre Bestände ab sofort in swisscovery auffindbar.

 

Die Universitätsbibliothek umfasst rund 28‘000 Bücher, Zeitschriften und Non-Books sowie 68‘000 E-Books, welche nun zu swisscovery hinzukommen. Durch die Teilnahme am SLSP Courier stellt die Bibliothek ihre physischen Bestände somit einem grösseren Publikum in der Schweiz zur Verfügung. Jürgen Küssow, Vize-Direktor und Leiter der Network Services der SLSP, freut sich über den Beitritt: «Mit der Bibliothek der Universität Liechtenstein gewinnt SLSP den ersten internationalen Partner und stärkt damit die grenzübergreifende Zusammenarbeit.»

 

Das Integrations- und Migrationsprojekt der Bibliothek der Universität Liechtenstein von Aleph zu Alma startete im September 2023 unter Leitung der SLSP. In verschiedenen Projektphasen wurden die Daten dedubliert, die Migration vorbereitet, getestet und durchgeführt, die Services in swisscovery eingerichtet und die Mitarbeitenden der Bibliothek der Universität Liechtenstein über Alma und swisscovery geschult.

 

Ekaterina Vardanyan, Leiterin der Universitätsbibliothek, sieht in diesem Projekt einen Meilenstein in der Entwicklung der Bibliothek: «Der Beitritt zu swisscovery und die Kooperation mit den schweizerischen Hochschulbibliotheken über die SLSP ermöglichen es uns, das Medienangebot erheblich zu erweitern, die wichtigsten Geschäftsfelder zu modernisieren und somit die Innovationskraft der Bibliothek zu steigern.»

 

swisscovery wächst mit Projektabschluss auf insgesamt ca. 23 Millionen Titelaufnahmen und ca. 41 Millionen Exemplare an. 

 

Die SLSP ist eine not-for-profit-Gesellschaft mit Sitz in Zürich, deren Träger 15 Hochschulen und Bibliotheken der Schweiz sind. Gegründet 2017 betreibt die SLSP mit dem Produkt swisscovery seit 7.12.2020 eine nationale Bibliotheksplattform für 500 wissenschaftliche Bibliotheken in der Schweiz. Zur SLSP gehört auch das Consortium of Swiss Academic Libraries (CSAL), das zentral Lizenzen für elektronische Ressourcen für die wissenschaftlichen Bibliotheken der Schweiz einkauft und Open-Access Verträge verhandelt.

 

Um Bücher in eine Bibliothek in der Nähe senden zu lassen, kann man  direkt in swisscovery recherchieren und weitere Dienstleistungen wie den SLSP Courier nutzen.

Logo von swisscovery, dem Bibliotheksnetzwerk, dem die Universität Liechtenstein beigetreten ist.

VP Bank zeichnet Absolvierende des Zertifikatsstudiengangs Compliance-Officer der Universität Liechtenstein aus

VP Bank zeichnet Absolvierende des Zertifikatsstudiengangs Compliance-Officer der Universität Liechtenstein aus

Eine Gruppe von sieben Personen steht lächelnd in einem modernen Raum. Eine Person hält ein Zertifikat in den Händen. Im Hintergrund sind Tische mit Geschirr und Dekorationen zu sehen.

Im Rahmen des Zertifikatsstudiengangs Compliance-Officer an der Universität Liechtenstein hat die VP Bank am Dienstag, 12. März 2024, den VP Bank Compliance Award an fünf Studierende verliehen. Das Siegerteam erhielt ein Preisgeld in der Höhe von 5'000 Franken.

 

Der Begriff Compliance stammt aus dem angloamerikanischen Raum und beschreibt die Einhaltung bindender gesetzlicher Bestimmungen und Richtlinien durch Unternehmen und ihre Mitarbeitenden. Um den Anforderungen in diesem dynamischen Umfeld gerecht zu werden, bedarf es eines ausreichenden Compliance-Managements. Die Kooperation mit der VP Bank im sechsten Modul des Studiengangs ermöglicht daher den Studierenden, das erlernte Wissen praxisnah in einer grossen Case Study anzuwenden und das Bewusstsein für die vielfältigen Anforderungen einschliesslich der persönlichen Haftung des Compliance-Officers zu schärfen.

 

«In unserer Weiterbildung an der Universität Liechtenstein erhalten die Studierenden die Möglichkeit, ein fundiertes Verständnis sowie praxisnahe Einblicke im Bereich der Compliance zu erlangen, um als Fachkräfte souverän den dynamischen Rahmenbedingungen begegnen zu können. Wir freuen uns sehr über die Zusammenarbeit mit der VP Bank, die es den Studierenden im Rahmen einer praxisnahen Fallstudie ermöglicht, ihr Wissen anzuwenden und von den Erfahrungen der VP Bank zu profitieren», streicht Prof. Dr. Alexandra Butterstein, Dekanin der Liechtenstein Business Law School an der Universität Liechtenstein, heraus und betont dabei die berufsspezifische Expertise des von ihr geleiteten Zertifikatsstudiengangs.

 

«Wir sind sehr froh, dass wir durch die Kooperation mit der Universität Liechtenstein zum hohen Ausbildungsniveau für Compliance-Officer in Liechtenstein beitragen können. Die enge Verbindung zwischen akademischer Exzellenz und praktischer Anwendung ist entscheidend, um sicherzustellen, dass unsere Compliance-Officer optimal auf die dynamischen Anforderungen der Finanzbranche vorbereitet sind und so die erstklassige Reputation unseres Finanzplatzes erhalten», so Patrick Bont, Chief Risk Officer bei der VP Bank.

 

Für den Award bearbeiteten die Studierenden in Gruppen verschiedene Fallbeispiele, die unterschiedliche und praxisrelevante Aspekte des Berufsbildes eines Compliance-Officer einer Bank abdecken. Die Fallstudien, die von der VP Bank erstellt wurden, erforderten eine gründliche Analyse der Compliance-Herausforderungen sowie der verschiedenen rechtlichen Gegebenheiten in unterschiedlichen Jurisdiktionen. Die Gruppen präsentierten ihre Lösungsansätze schliesslich im Plenum. Abgerundet wurden die Präsentationen durch Fragen der Mitstudierenden und der Jury, die aus Vertreterinnen und Vertretern der VP Bank AG und der Universität Liechtenstein bestand.

Eine Gruppe von sieben Personen steht lächelnd in einem modernen Raum. Eine Person hält ein Zertifikat in den Händen. Im Hintergrund sind Tische mit Geschirr und Dekorationen zu sehen.

Innosuisse-Projektfinanzierung mit der Universität Liechtenstein unterzeichnet

Innosuisse-Projektfinanzierung mit der Universität Liechtenstein unterzeichnet

Sechs Personen bei der Unterzeichnung einer Vereinbarung an einem Tisch. Drei Personen sitzen vorne mit Dokumenten, während drei weitere im Hintergrund stehen. Die Szene findet in einem Büro mit Bildern an der Wand statt.

Auf der Grundlage der Vereinbarung zwischen der Regierung und dem Schweizerischen Bundesrat über die Förderung wissenschaftsbasierter Innovation vom 26. Januar 2021 und des dazu vom Landtag bewilligten Verpflichtungskredits steht das schweizerische Innosuisse-Innovations-Förderprogramm auch Unternehmen und Forschungseinrichtungen in Liechtenstein zur Verfügung.

 

In diesem Rahmen hat die Universität Liechtenstein zusammen mit der Firma HELGA.works in St. Gallen bei der Innosuisse erfolgreich einen Förderantrag gestellt. Nach Genehmigung der Projektfinanzierung durch die Regierung konnte die Unterstützungsvereinbarung am 12. März 2024 von der Leiterin des Amtes für Volkswirtschaft, Katja Gey, dem Rektor der Universität Liechtenstein, Christian Frommelt, und dem Umsetzungspartner Vincenzo Neidhardt, CEO der Helga AG, unterzeichnet werden.

 

 

Mit Methoden der Künstlichen Intelligenz Einkünfte für Künstlerinnen und Künstler sichern

 

Die Musikindustrie steht vor einer wachsenden Herausforderung: Nicht ausbezahlte Tantiemen für Urheberrechte erreichen voraussichtlich bald fast 8 Milliarden Dollar jährlich, gegenüber derzeit 2,5 Milliarden Dollar. Mit einer bahnbrechenden Initiative zur Bekämpfung dieser ungerechten Verteilung startet das Ostschweizer Start-up HELGA.works ein Innosuisse-Projekt zusammen mit dem Department Information Systems & Computer Science der Universität Liechtenstein.

 

Ziel des Projektes ist es, Künstlerinnen und Künstlern zu den ihnen zustehenden Tantiemen zu verhelfen. Die zentrale Herausforderung besteht darin, die rechtmässigen Empfänger trotz unzureichender Datenqualität zu identifizieren. Durch den Einsatz modernster maschineller Lernmodelle, wie Graph-Neuronale Netzwerke, die mit unvollständigen und ungenauen Daten umgehen können, soll eine Lösung geschaffen werden, die nicht nur innovativ ist, sondern auch einfach und interpretierbar bleibt. Angestrebt wird die Entwicklung eines Vorhersagedienstes, der das Risiko und die Höhe der unbezahlten Tantiemen abschätzt. Die potenzielle Produktlösung hat bereits bedeutendes Interesse bei Investoren wie auch in der Industrie, unter anderem bei renommierten Musikverlagen sowie Künstlerinnen und Künstlern, geweckt. Neben der Schaffung wirtschaftlicher Werte unterstützt die vorgeschlagene innovative Lösung Künstlerinnen und Künstler, und zwar insbesondere Nischenkünstler, ihre rechtmässige Vergütung zu erhalten. Das Projekt trägt somit auch zur kulturellen und musikalischen Vielfalt bei.

 

Das Amt für Volkswirtschaft bzw. die Nationale Kontaktstelle für Forschung und Innovation in der Abteilung Wirtschaft steht als zuständige Stelle für weitere Auskünfte zur Verfügung (www.avw.llv.li; Ansprechperson: Frank Heeb, T +423 236 67 45; Frank.Heeb@llv.li).

Sechs Personen bei der Unterzeichnung einer Vereinbarung an einem Tisch. Drei Personen sitzen vorne mit Dokumenten, während drei weitere im Hintergrund stehen. Die Szene findet in einem Büro mit Bildern an der Wand statt.

AMPHIORAMA - Ein Architektur-Studio in Ligurien

AMPHIORAMA - Ein Architektur-Studio in Ligurien

Im Sommersemester 2023 arbeiteten die Dozierenden Alberto Alessi und Anna Lohs des Advanced Studios Upcycling mit ihren Studierenden an einer Reihe von Interventionen im teilweise stillgelegten und verlassenen historischen Kern des Dorfes Castè, in der Gemeinde Riccò del Golfo della Spezia.

 

Der Titel des Studio bezieht sich auf die besondere panoramische Dimension dieses Ortes im ligurischen Hinterland, der sich an den bewaldeten Hängen des Unesco-Gebiets der Cinque Terre befindet, einer Gegend die weitläufig und konzentriert zugleich ist.

 

Es ging darum, von einer doppelten Exotik auszugehen: einerseits für die Studierenden die Konfrontation mit einem unbekannten, aber eindrucksvollen Ort, andererseits für die 20 Einwohnerinnen und Einwohner von Castè der Meinungsaustausch mit den unerwarteten Ideen, die die Studierenden der Universität Liechtenstein einbrachten.

 

Im März 2023 verbrachten die Studierenden eine Woche in diesem ligurischen Dorf und kamen in direkten Kontakt mit den Begebenheiten und Menschen. Einem Kennenlernen der urbanen Gebäudetypen (gebündelte Volumen, Solitärblöcke, provisorische Häuschen) folgte eine Untersuchung der typischen Baumaterialien (Stein, Kalk, Kastanienholz, Schiefer) und ein intensiver Austausch mit den Bewohnerinnen und Bewohnern über die verschiedenen Arten und Wünsche des Lebens, Arbeitens und Wohnens.

 

Der Ansatz und Entwurfsprozess bestanden aus mehreren Phasen:


• Erkundung von Situationen, Strukturen und Lebensweisen.
• Analyse der konstruierten architektonischen Narrative.
• Erfindung aus dem Inventar der vorhandenen materiellen und immateriellen Aspekte.

 

Die gebauten Erzählungen von Castè wurden interpretiert, indem das Bestehende überdacht und um unerwartete Aspekte und neue Bedeutungen erweitert wurde. Auf dieser Grundlage wurden neue Nutzungsmöglichkeiten erdacht, die sich für zukünftige Entwicklungen öffnen. Fragen von Funktion, Kontext, Konstruktion, Sprache und Zeit wurden reflektiert, integriert und in architektonische Vorschläge umgesetzt.

 

Die während des Semesters von den Studierenden entwickelten Projekte wurden in Castè im Rahmen einer Open-Air-Ausstellung präsentiert, die am 22. Juli in den öffentlichen Räumen des Dorfes eröffnet wurde.

 

Am 2. September wählte eine Jury aus lokalen Architekten, Landschaftsarchitekten, Künstlern, Historikern und Schriftstellern die besten Projekte in den vier Kategorien Originalität, Machbarkeit, Nachhaltigkeit und Integration aus. Der Preis für jedes der Projekte war ein Kunstwerk, das von vier Künstlern mit Bezug zu den Projektstandorten geschaffen wurde.

Datengestützte Vorausschau im Life-Cycle-Management: Eine Interviewstudie

Datengestützte Vorausschau im Life-Cycle-Management: Eine Interviewstudie

Buchcover des Titels "Digital Disruption and Transformation" aus der Reihe "Springer Proceedings in Business and Economics". Herausgeber sind Daniel Schallmo, Abayomi Baiyere, Frank Gertsen, Claus Andreas Foss Rosenstand und Christopher A. Williams.

Diskontinuitäten auf dem Markt schaffen Raum für disruptive Geschäftsmöglichkeiten. Unternehmen sind daher zunehmend daran interessiert, zukünftige Wettbewerbsvorteile proaktiv zu identifizieren. Die Forschenden Marie Scheuffele, Dr. Niklas Bayrle-Kelso und Prof. Dr. Leo Brecht veröffentlichten ihr Paper zu Data-Driven Foresight in Digital Diruption and Transformation Springer Proceedings in Business and Economics 2024.

 

Eine datengestützten Vorausschau unterscheidet sich von einer Vision dadurch, dass ihre Vorhersagen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen zu Technologie, Demografie, Vorschriften und vielem mehr beruhen. Ein vielversprechender Ansatz für Unternehmen, zukünftige Wettbewerbsvorteile proaktiv zu identifizieren, ist Data-Driven Foresight (DDF). Durch die Nutzung verschiedener Datenquellen aus unterschiedlichen Perspektiven lassen sich mit DDF fundierte Aussagen über trendgetriebene Entwicklungen in der Zukunft ableiten.

 

Da sich die Lebenszyklen von Technologien beschleunigen, wollen Industrieunternehmen zunehmend Foresight-Aktivitäten in ihr Life-Cycle-Management integrieren, um die digitale Transformation zu fördern. Die Forschenden stellten sich die Frage: Wie beschaffen Unternehmen ihre Daten für DDF im Life-Cycle-Management und welche alternativen Datenquellen sind empfehlenswert? Mittels einer systematischen Literaturrecherche beschrieben sie die aktuellen Datenquellen und klassifizierten sie entlang des Lebenszyklus.

 

Zwanzig halbstrukturierte Experteninterviews mit Praktikern aus unterschiedlichen Unternehmenstypen zeigen valide Prämissen für die Datenauswahl und für die praktische Umsetzung von DDF. Dabei ist ein Unterschied zwischen Technologieführern und Nachfolgern erkennbar, der eine weitere Lücke für zukünftige Forschung eröffnet.

Buchcover des Titels "Digital Disruption and Transformation" aus der Reihe "Springer Proceedings in Business and Economics". Herausgeber sind Daniel Schallmo, Abayomi Baiyere, Frank Gertsen, Claus Andreas Foss Rosenstand und Christopher A. Williams.

Ausstellung PIRANESI Award 2023

Ausstellung PIRANESI Award 2023

Logo des Piranesi Award 2023, gelber Kreis mit schwarzem Text "Nagrada Piranesi Piranesi Award 2023", Hintergrund mit feinem Linienmuster.

Im Foyer der Universität Liechtenstein kann bis zum 22. März die Ausstellung PIRANESI Award 2023 besichtigt werden. Der Piranesi Award präsentiert verschiedene Projekte unterschiedlicher Grösse und Programme, die ein gelungenes Verhältnis von moderner Architektur zu ihrem natürlichen, kulturellen, historischen und sozialen Kontext reflektieren.

 

Der Preis wurde im Rahmen der internationalen Konferenz Piran Days of Architecture* ins Leben gerufen und wird von der Galerie DESSA, den Küstengalerien von Piran und der internationalen Piranesi-Jury verliehen. Der Preis ist nach dem italienischen Künstler und Architekten Giovanni Battista Piranesi aus dem 18. Jahrhundert benannt, dessen familiäre Wurzeln in Piran liegen sollen. Er wird für die besten architektonischen Realisierungen verliehen, die in den letzten zwei Jahren in den mitteleuropäischen Ländern entstanden sind.

 

50 architektonische Realisierungen und 37 studentische Projekte konkurrieren um den Piranesi-Preis 2023. Die Gewinner des Piranesi-Preises, zweier Piranesi-Ehrenerwähnungen und der Piranesi-Ehrenerwähnung für Studierende werden von einer internationalen Piranesi-Jury ausgewählt, einer der Juroren ist Alberto Alessi, Hochschuldozent für «Built Heritage & Upcycling» an der Liechtenstein School of Architecture.

 

Neben praktizierenden Architekten ist seit 2008 auch eine internationale Ausstellung von Studierenden, an der 21 europäische Architekturfakultäten teilnehmen, Teil der Ausstellung für den Piranesi-Preis. Jede Fakultät kann zwei Projekte nominieren, die in den letzten zwei Studienjahren entworfen wurden.

 

* Die Piraner Architekturtage (PDA) sind eine internationale Architekturkonferenz, die 1986 von einer Gruppe slowenischer Architekten ins Leben gerufen wurde. Ziel der Konferenz ist es, die gesellschaftliche architektonische Situation zu bewerten und die fortschrittlichsten und innovativsten Ideen der zeitgenössischen architektonischen und räumlichen Produktion zu präsentieren, die die kulturelle Identität und Vielfalt durch das Verständnis und den Respekt für den geografischen und kulturellen Kontext bewahren.
Zahlreiche Architekten haben auf der Konferenz Vorträge gehalten, darunter: Amateur Studio, Bernardo Bader, Odile Decq, Enrique Miralles, Yvonne Farrell, Sverre Fehn, Kenneth Frampton, Francis Kéré, András Pálffy, Carme Pinos, Sami Rintala, Armando Ruinelli, Alvaro Siza, Eduardo Souto de Moura, Studio Mumbai, Heinz Tesar, Gino Valle und Peter Zumthor.

Logo des Piranesi Award 2023, gelber Kreis mit schwarzem Text "Nagrada Piranesi Piranesi Award 2023", Hintergrund mit feinem Linienmuster.

Liechtenstein Trust Conference 2024: Schwerpunkte der anstehenden Teilrevision des Treuhänderschaftsrechts und Aspekte der internationalen Nachfolgeplanung

Liechtenstein Trust Conference 2024: Schwerpunkte der anstehenden Teilrevision des Treuhänderschaftsrechts und Aspekte der internationalen Nachfolgeplanung

Am 27. Februar 2024 richtete die Professur für Gesellschafts-, Stiftungs- und Trustrecht zum achten Mal die Liechtenstein Trust Conference aus. Kernthemen der Konferenz waren insbesondere die angedachte Teilrevision des liechtensteinischen Trustrechts sowie aktuelle Fragen der internationalen Nachfolgeplanung.

 

Durch das Programm führten Prof. Dr. Alexandra Butterstein und Prof. Dr. Francesco A. Schurr, die rund sechzig Teilnehmende im Auditorium der Universität Liechtenstein willkommen heissen durften.

 

Dr. Christian Frommelt, Rektor der Universität Liechtenstein, gab inspirierende Grussworte und betonte die Bedeutung des Trusts und des Weiterbildungsangebots der Liechtenstein Business Law School für den Finanzstandort Liechtenstein. Nachfolgend nahm Susan Schneider-Köder, Geschäftsführerin der Treuhandkammer, einleitend Bezug auf die Auswirkungen der aktuellen geopolitischen Entwicklungen auf das Business im Treuhandbereich. Sie führte dann über zu den von der Treuhandkammer grundsätzlich begrüssten angestossenen gesetzlichen Neuerungen zum Treuhänderschaftsrecht – insbesondere mit Blick auf die Trust Governance zur Vermeidung von Kontrolldefiziten – sowie zu der angedachte Einführung eines Fachsenats für das Trustrecht. Sie betonte zudem die Wichtigkeit der Zusammenarbeit mit der Universität im Bereich der Aus- und Weiterbildung sowie den Stellenwert des gemeinsamen Austausches auf Expertenebene.

 

Als erster Vortragender präsentierte Dr. Albert Kaufmann, Leiter der Abteilung Stiftungsaufsicht und Geldwäschereiprävention, die Auslöser für die Teilrevision des Treuhänderschaftsrechts und gab einen Überblick über wesentliche angedachte Änderungen mit besonderem Fokus auf den neu einzuführenden Informationsberechtigten. Im Anschluss referierte S.D. Prinz Michael von und zu Liechtenstein über die Einsatzmöglichkeiten eines liechtensteinischen Trusts in der Nachfolgeplanung und lies dabei seine Expertise und Erfahrung einfliessen. Ergänzend beleuchtete Dr. Johanna Niegel in ihrem Vortrag den Purpose Trust im angloamerikanischen und liechtensteinischen Recht und zeigte den Teilnehmenden die Vielfalt der rechtlichen Gestaltungsmöglichkeiten sowie die angedachten Regelungen im Rahmen der Reform auf.

 

Von Dr. Filippo Noseda, Richter am Court for Trusts and Fiduciary Relations in San Marino, wurde die Rolle von Transparenz und des Datenschutzes im Kontext jüngster gerichtlicher Entwicklungen hervorgehoben und dem Publikum bedeutende Impulse für die Gestaltung von Treuhandverhältnissen gegeben. Gewinnbringende Überlegungen zur Rolle der Begünstigen im liechtensteinischen Trustrecht stellte Prof. Dr. Alexandra Butterstein an, die rechtsvergleichend ihr Hauptaugenmerk auf die Wahrung einer wirksamen und funktionierenden Trust Governance legte. In der anschliessenden Fragerunde konnten die aufgeworfenen Themen vertieft werden, ehe die Teilnehmenden den Austausch im Rahmen der Kaffeepause fortsetzten.

 

Der zweite Themenblock lenkte die Aufmerksamkeit des Publikums auf Fragen der internationalen Nachfolgeplanung. Dr. Andrea Vicari, Präsident des Court for Trusts and Fiduciary Relations in San Marino, untersuchte in seinem Vortrag die Rolle des Protektors mit besonderem Augenmerk auf Trusts zur Nachfolgeplanung. Sein Vortrag bot interessante Einblicke in die Aufgaben und Verantwortlichkeiten eines Protektors und zeigte auf, wie diese Rolle zur Sicherung des Vermögens und der Interessen der Begünstigten beitragen kann. Als letzter Vortragender des Nachmittags setzte Prof. Dr. Francesco A. Schurr mit seinem Beitrag über rechtliche Herausforderungen im Zusammenhang mit Trusts und dem Pflichtteilsrecht den inhaltlichen Schlusspunkt. Auch der zweite Themenblock mündete in einer vertieften Fragerunde, bei der die Vortragenden mit ihrem gebündeltem Fachwissen dem Publikum Rede und Antwort standen. Erneut wurden auch Fragen im Kontext der angestrebten Reform rechtvergleichend mit Blick auf die Rechtskreise des Common und des Civil Law diskutiert.

 

Die Liechtenstein Trust Conference 2024 endete mit der Einladung zum gemeinsamen Apéro. Hier fanden die Teilnehmenden noch Möglichkeiten, ihr Netzwerk zu pflegen bzw. zu erweitern und sich mit den Referierenden auszutauschen.

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