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Compliance Day 2026: Kommt die echte Entlastung für Unternehmen?

Compliance Day 2026: Kommt die echte Entlastung für Unternehmen?

Professorenschaft sitzt an einem Tisch

Ob Unternehmen erfolgreich bleiben, entscheidet zunehmend ihre Compliance. Rund 120 Fachleute aus Finanzwirtschaft, Industrie und Verwaltung trafen sich diese Woche im Schaaner SAL zum Compliance Day der Universität Liechtenstein. Sie suchten Antworten auf eine drängende Frage: Führt die angekündigte „Simplification“ der EU wirklich zu weniger Bürokratie?

Die Business Law School der Universität Liechtenstein bot mit dem Compliance Day 2026 eine zentrale Plattform, um die aktuellenHerausforderungen zu diskutieren. Die Professoren Alexandra Butterstein, Bernhard Burtscher, Konstantina Papathanasiou und Martin Wenz leiteten die Fachtagung.

Gesetze und Nachhaltigkeit auf dem Prüfstand 

Den Auftakt machte die europäische Gesetzgebung. Andreas Stifel von der Finanzmarktaufsicht Liechtenstein (FMA) skizzierte, wie die EU ihre Vorgaben künftig vereinfachen will. Pascal Eggenberger (COMPLY2GETHER) schloss direkt daran an und erklärte die jüngsten Neuerungen im Trustrecht.

Danach rückte das Thema Nachhaltigkeit in den Fokus. Anna-Maria Heil und Petra Felzmann (DSC Rechtsanwälte Wien) zerlegten die neuen europäischen Richtlinien zur Nachhaltigkeitsberichterstattung und zu den Lieferketten (CSRD und CSDDD) in ihre Einzelteile. Arzu Tschütscher (TNE AG) brachte das komplexe Thema auf einen simplen Nenner: Wirksame Compliance braucht keine Flut neuer Vorschriften, sondern vor allem die richtige Unternehmenskultur.

Daten, Geldwäsche und Steuern im Fokus

Am Nachmittag debattierten die Experten intensiv über Datenschutz, Geldwäsche und Steuern. Marie-Louise Gächter von der liechtensteinischen Datenschutzstelle zeigte an Beispielen aus der Praxis, wo das Datenschutzrecht hart auf unternehmerische Sorgfaltspflichten prallt. Nadine Blattner Schmutz (reeeg GmbH) erklärte den Teilnehmern anschliessend, was die neue EU-Geldwäsche-Verordnung (AMLR) konkret für ihren Arbeitsalltag bedeutet.

Den Schlusspunkt setzte der internationale Informationsaustausch. Matthias Staubli (PwC Zürich), Franz-Notker Lichtinger (Bendura Bank) und Dajana Ehm (LGT Bank) diskutierten, wie Banken die enorm komplexen Steuer-Regeln über Landesgrenzen hinweg sauber umsetzen können.

Am Ende des Tages nahmen die rund 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen umfassenden Überblick mit nach Hause. Eine Frage begleitete sie jedoch bis zum Schluss: Ob die versprochene Vereinfachung der Regulierung die Unternehmen jemals spürbar entlastet, muss die Zukunft erst noch zeigen.

1FLTV-Beitrag
Professorenschaft sitzt an einem Tisch