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Erasmus goes digital - Erfolgsprojekt im Wandel

Kaum eine Aktion hat so viele Personen bewegt wie das Vorzeigeprojekt Erasmus+. Das EU-Programm zur Förderung von allgemeiner und beruflicher Bildung, Jugend und Sport in Europa erreicht mittlerweile den Mainstream der potenziellen Zielgruppen.

 Seit dem EWR-Beitritt im Jahr 1995 kann auch Liechtenstein die Vorteile des Erasmus-Programms zur Gänze ausschöpfen. So absolvierte zuletzt nahezu ein Drittel der Studienabgänger der Universität Liechtenstein ein Erasmus-gefördertes Austauschsemester an einer der Partnerhochschulen in den Programmländern.

Ambitionierte Ziele

Durch einen flexiblen Zugang und die integrierte Struktur des Programms wurden seit der Gründung rund neun Millionen Austauschaufenthalte und mehr als eine halbe Million Projekte umgesetzt. Für Europa ein unverzichtbares Instrument, um sich im globalen Wettbewerb auch zukünftig als Weltregion des Wissens behaupten zu können. Ein erklärtes Ziel der Modernisierungsagenda für das europäische Hochschulbildungssystem ist daher die weitere Förderung des akademischen Austausches. Das bedeutet, Lernphasen im Ausland – innerhalb und ausserhalb Europas – sollen allmählich die Regel werden und nicht mehr die Ausnahme sein. Dieses angestrebte Ziel geht allerdings mit einer Ausweitung des administrativen Aufwands für das Hochschulpersonal einher. Neben einer angemessenen Finanzierung sind deshalb Bemühungen um eine kosteneffiziente Umsetzung erforderlich, um Hindernisse für die studentische Mobilität aus dem Weg zu räumen.

Innovationsnetzwerk als treibende Kraft

Die in Folge der Digitalisierung entstehenden Innovationsprozesse und Technologien bergen dabei auch für den Kernbereich des Erasmus+ Programms Chancen und Herausforderungen, die sich bereits jetzt sichtbar abzeichnen und von einigen Akteuren aufgegriffen werden. Allen voran steht hier eine durch die EU-Kommission geförderte Flaggschiff-Initiative mit dem programmatischen Titel „Erasmus Without Paper“. Das Konsortium bestehend aus staatlichen Einrichtungen, Hochschulinstitutionen und privatwirtschaftlichen Unternehmen leistet dafür zukunftsweisende Pionierarbeit. Durch die Entwicklung eines elektronischen Netzwerks sollen Hochschulen künftig personen- und programmbezogene Daten gänzlich papierlos übermitteln können.

Umsetzung zur neuen Programmgeneration 2021

Das Gelingen vorausgesetzt, brächte diese Transformation auch an der Universität Liechtenstein eine deutliche Reduzierung des administrativen Aufwands, des Ressourcenverbrauchs sowie eine Vereinfachung für die Studierenden mit sich. In Sachen Umsetzung hält die EU-Kommission an einem ehrgeizigen Zeitplan fest. Zum Start der neuen Erasmus-Programmgeneration 2021 soll ein Grossteil der europäischen Hochschulen die „Erasmus Without Paper Solution“ bereits in ihre internen Prozesse integriert haben. Dafür werden sich alle Akteure, sowohl die Entwickler als auch die umsetzenden Hochschulen, kräftig in die Ruder legen müssen. Die Perspektive auf eine funktionierende Digitalisierung des europäischen Erfolgsprojekts und den erleichterten Zugang für noch mehr junge Studierende zwischen Skandinavien und dem Mittelmeer sollten die Mühe wert sein.

 

Artikel im Nachgang zur Erasmus-Konferenz in Budapest Ende April 2018
Autor: Simon Mittermeier, International Office, Universität Liechtenstein