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uni.liNeuigkeitenStandpunkte #8: Folgt nach niedrigen Zinsen die Wende?

Standpunkte #8: Folgt nach niedrigen Zinsen die Wende?

published 20.06.2014
Am 1. Juli 2014 findet mit dem «FinanzForum» zum Thema Zinswende und Asset Management eine neue Veranstaltungsreihe für Akteure des Finanzplatzes an der Universität Liechtenstein statt. Assistenz-Prof. Dr. Georg Peter und Prof. Dr. Marco J. Menichetti vom Lehrstuhl für BWL, Bank- und Finanzmanagement im Expertenkommentar über Herausforderungen des aktuellen Niedrigzinsumfelds und eine mögliche Zinswende.

Kommentar zum Thema Zinswende und Asset Management
von Assistenz-Prof. Dr. Georg Peter und Prof. Dr. Marco J. Menichetti*

In allen grossen Währungsräumen haben die Zentralbanken seit Herbst 2008 die Liquidität in bis dahin nicht gekanntem Ausmass erhöht. Ziel war es, eine Liquiditätsklemme am Geldmarkt zu vermeiden und gleichzeitig die Realwirtschaft durch geldpolitische Impulse aus der Rezession zu führen. Durch die teilweise unkonventionellen Massnahmen der Währungshüter wurden die Leit- und Marktzinsen auf einen historischen Tiefststand gedrückt, wovon Kreditnehmer grundsätzlich profitieren, Anleger und Investoren jedoch vor grosse Herausforderungen gestellt werden.


Herausforderung billiges Geld

Die jüngste Entscheidung des EZB-Rates, die Leitzinsen in der Eurozone auf 0,15 % zu senken und erstmals in der Geschichte einen negativen Strafzinssatz für Einlagen von Banken bei der Zentralbank einzuführen, hat heftige Diskussionen ausgelöst. Denn solche Schritte wirken sich nicht nur auf Anleger in der Europäischen Union aus, sondern können auch weitreichende Folgen für die internationalen Kapital- und Währungsmärkte haben.

Andererseits könnten die Auswirkungen auf die Beziehungen zwischen Eurozone und Schweizer Franken aufgrund der seit dem 6. September 2011 geltenden Mindestwechselkurs-Politik der Schweizerischen Nationalbank gering gehalten werden. Gleichzeitig sinken durch das billige Geld und die niedrigen Opportunitätskosten die zu erwartenden Renditen für Anleihen und mitunter auch für Aktien. Investoren sind herausgefordert, sich auf dieses ungewohnte Umfeld einzustellen und individuell passende Strategien umzusetzen.


Wappnen für die Trendwende

Viele Marktteilnehmer erwarten eine allmähliche Trendumkehr – die sogenannte Zinswende. Diese scheint sich in einigen Märkten bereits abzuzeichnen. Während in Europa das wirtschaftliche Umfeld kurzfristig eine weitere Lockerung der Geldpolitik nicht ausschliessen lässt, hat allem voran in den Vereinigten Staaten das Zurückfahren der Anleihekäufe durch die FED dazu geführt, dass in bestimmten Bereichen der Zinsstruktur ein Anstieg der Raten erkennbar ist. Somit stellt sich die zentrale Frage, ob man sich mittelfristig eher auf eine Phase niedriger Zinsen einstellen kann oder ob sich allmählich eine Trendumkehr abzeichnen wird.

Da eine solche Zinswende weitreichende Folgen für die Gesamtwirtschaft im Allgemeinen und im Besonderen für die Finanzmärkte mit sich bringt, gilt es, sich den möglichen Zinsszenarien – auch in den europäischen Märkten – bewusst zu stellen, um nicht unvorbereitet von Zinsänderungen negativ überrascht zu werden.










* Assistenz-Prof. Dr. Georg Peter und Prof. Dr. Marco J. Menichetti
arbeiten gemeinsam am Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre, Bank- und Finanzmanagement der Universität Liechtenstein. Sie unterrichten in Bachelor-, Master- und Doktorats-Studiengängen sowie im Bereich der Weiterbildung. Sie forschen einerseits im Bereich der empirischen Kapitalmarkttheorie und der Marktmikrostruktur, andererseits zu Anlagestrategien im Asset Management und zu Management von Währungsrisiken.


Das «FinanzForum» zum Thema Zinswende und Asset Management findet am Dienstag, 01. Juli 2014, von 14.00 bis 19.00 Uhr an der Universität Liechtenstein statt.

Weitere Informationen und Anmeldung unter www.uni.li/finanzforum