uni.liNeuigkeiten😊/👍/🙄 – Wie Emojis die digitale FĂŒhrungskommunikation effizienter und persönlicher gestalten können
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😊/👍/🙄 – Wie Emojis die digitale FĂŒhrungskommunikation effizienter und persönlicher gestalten können

Das rasante Tempo der Digitalisierung am Arbeitsplatz stellt FĂŒhrungskrĂ€fte und Mitarbeitende vor die Herausforderung, sich an digitale Kommunikationsformen zu gewöhnen. Prof. Dr. Marco Furtner, Liechtenstein Business School, und Simon Liegl, MSc, haben untersucht, ob es FĂŒhrungskrĂ€ften möglich ist, auch in Zeiten der voranschreitenden Digitalisierung und der Verlagerung ins Home-Office Emotionen in der Kommunikation mit ihren Mitarbeitenden zu zeigen.

Die vorherrschenden digitalen Medienplattformen wie E-Mail und Messenger-Dienste lassen nonverbale Hinweise weg und nehmen in der Regel eine eher gedĂ€mpfte und sachliche TonalitĂ€t an. Wie die bisherige Forschung immer wieder bestĂ€tigte, ist das Zeigen von Emotionen bei FĂŒhrungskrĂ€ften aber entscheidend fĂŒr die Motivation und Arbeitszufriedenheit ihrer Mitarbeitenden. Allerdings werden Emotionen meistens durch nonverbale Kommunikation, wie Mimik und Stimme, ausgedrĂŒckt, die im digitalen Kontext, vor allem in der schriftlichen Kommunikation, verloren geht. Dies stellt eine grosse Herausforderung fĂŒr FĂŒhrungskrĂ€fte dar und das Ziel von Furtner und Liegl war, herauszufinden, ob Emojis ein Mittel sein könnten, um die schriftliche Kommunikation von FĂŒhrungskrĂ€ften mit Emotionen anzureichern oder ob sie eher als unangebracht fĂŒr den Arbeitskontext wahrgenommen werden.

Furtner und Liegl haben zwei Experimente mit quasi-nonverbalen Signalen durchgefĂŒhrt, um Einblicke in die Vorteile und Risiken von Emoji in der FĂŒhrungskommunikation zu gewinnen. Ihre Ergebnisse zeigen, dass positive Emojis einen Platz in der FĂŒhrungskommunikation und das Potenzial haben, die Zuschreibung wĂŒnschenswerter Eigenschaften der FĂŒhrungskraft, die Zustimmung zur FĂŒhrungskraft und ihr Verhalten gegenĂŒber anderen zu verbessern, wenn die richtigen Rahmenbedingungen gegeben sind. Positive Emojis (z.B. 😊 oder 😄) können eine FĂŒhrungskraft charismatischer wirken lassen, die Kooperationsbereitschaft steigern, und eine positivere Stimmung im Unternehmen verbreiten.

Negative Emojis (z.B. 😟 oder 😠) sind dagegen mit Vorsicht einzusetzen. Sie sorgen unter UmstĂ€nden fĂŒr ein negatives Bild der FĂŒhrungskraft bei ihren Mitarbeitenden, untergraben ihre Kompetenz und ĂŒbertragen eine negative Stimmung, vor allem, wenn sie nicht in Bezug zu einer konkreten Leistungsbewertung stehen. Interessanterweise konnten Liegl und Furtner ebenfalls herausfinden, dass diese Effekte in kontroll-orientierten hierarchischen Unternehmen stĂ€rker ausgeprĂ€gt sind als im innovativen Start-up-Kontext. Eine mögliche BegrĂŒndung: Im letzteren kommen Emojis bereits hĂ€ufiger zum Einsatz und haben deshalb einen weniger direkten und starken Einfluss auf die Mitarbeitenden. In klassischen Unternehmen können FĂŒhrungskrĂ€fte durch die Kommunikation mit positiven Emojis dagegen fĂŒr ein positiveres Arbeitsklima sorgen. Damit konnten sie erstmals zeigen, dass in Emojis ein ungenutztes Potential steckt, um die FĂŒhrungskommunikation im digitalen Raum effizienter und persönlicher zu gestalten.

Ihre Ergebnisse lassen somit RĂŒckschlĂŒsse darauf zu, wie Mitarbeitende wahrscheinlich auf bestimmte quasi-nonverbale Darstellungen reagieren werden, und geben FĂŒhrungskrĂ€ften Empfehlungen fĂŒr die Anpassung ihrer affektiven Signale, um die gewĂŒnschten Reaktionen hervorzurufen.

Der Artikel wurde in der international sehr renommierten Fachzeitschrift «Computers in Human Behavior» zur Veröffentlichung angenommen  (https://doi.org/10.1016/j.chb.2024.108148).