Erneuerbare Architektur - Das zirkulare Bauwerk als Materialbank und Wissensspeicher

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Projektart und Laufzeit

internes Projekt, November 2019 bis Oktober 2022

Koordinator

Institut für Architektur und Raumentwicklung

Forschungsschwerpunkt

Nachhaltiges Planen und Bauen

Forschungsgebiet/e

Nachhaltige Raumentwicklung

Beschreibung

Das Bauwesen ist Hauptverursacher der weltweiten Verschmutzung, des Ressourcenabbaus und Energieverbrauchs aus nicht erneuerbaren Quellen. Die vollständige Rückführbarkeit von Baumaterialien in geschlossene Stoffkreisläufe (durch Wiederverwendung, Wiederverwertung oder Verrotung), die Umstellung vom linearen Verbrauch zum zirkulären Gebrauch von Ressourcen, ist zentral bei der Entwicklung von zukunftsfähigen Lösungen für die Umwelt, Bauwirtschaft und Architektur. Das Projekt - gefördert durch die Stiftung API - setzt deshalb die systematische Analyse und Neugestaltung des Baubestandes als Lagerstätte für materielle und kulturelle Ressourcen ins Zentrum der Untersuchung und architektonischen Gestaltung und fokussiert dabei auf zwei zentrale Aspekte:
1) Die Materialbank - Das Bauwerk als stoffliche Ressource
Durch das Konzept der Entlehnung (statt Entnahme) von Ressourcen für die Dauer der Nutzung und Form wird Rückbau nicht länger zur Ressourcenzerstörung, sondern zur Rückgewinnung von Guthaben in Form von stofflichen und immateriellen Werten. Ausgehend von einem Wertediskurs und den materiellen Bedingungen des Bauens, wird die Formierung einer Architektur nach den konstruktiven und gestalterischen Regeln des zirkularen Bauens und ihre Auswirkungen auf die Bauindustrie und Finanzwirtschaft untersucht.

2) Der Wissensspeicher - Das Bauwerk als immaterielle Ressource
In der Architektur kann Recycling nicht nur auf Atome reduziert werden, denn in Baurestmassen sind gleichsam stoffliche wie immaterielle Werte eingeschrieben. Wiederverwendung im Entwurf bedarf der Arbeit und Konstruktion mit Vergangenem und dessen Bedeutung für heute. Gerade aktuelle Bauprojekte im Bereich des sogenannten Upcyclings zeigen hier ihre Defizite auf: Das fehlende Wissen im Ein- und Zuordnen von Fundstücken, Geschichte(n) und Bedeutung in und für die Architektur.

Das begleitende Doktorat möchte diese Mechanismen auf breiter Ebene verstehen und in ein Hilfsmittel für heutige Architekturschaffende überführen.