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In Liechtenstein gedeiht Unternehmergeist

In Liechtenstein gedeiht Unternehmergeist Hier treffen sich Gründer und solche, die es bald sein werden. So legen an der Universität Liechtenstein im internationalen Vergleich überdurchschnittlich viele Studierende den Grundstein für ein Unternehmen. Sie stehen für den lebendigen Unternehmergeist im Land.

 

Mit dem Unternehmergeist ist das wie mit dem Samen eines Baumes: Ist er in der Erde und gibt man Dünger und Wasser hinzu, so kann ein grosser Baum wachsen. So zumindest die These von Bernd Aerni. Der Mitgründer des Kosmetik-Start-ups exurbe cosmetics hat an der Universität Liechtenstein den Masterstudiengang Entrepreneurship 2013 beendet. Seinen Ideen hat das Studium in Vaduz zu Leben verholfen. Nicht zuletzt, weil er unter den Kommilitonen seinen Geschäftspartner Philip Bill gefunden hat, der ihn perfekt ergänzt. Heute ist klar: Die beiden Gründer haben die Kundinnen genau zum richtigen Zeitpunkt mit ihrem Slogan „Made with Love“ angesprochen – dieser steht für Verzicht auf Tierversuche sowie bedenkliche Inhaltsstoffe und für eine Produktion in Europa. Die Kosmetika sind in der Schweiz, Liechtenstein und Österreich erhältlich, Expansionsschritte stehen an und ein cleveres Mobile-Commerce-Konzept macht Furore.

Liechtenstein ist ein Unternehmerland

Innovationen entstehen dort, wo unterschiedliche Kompetenzen und Erfahrungen aufeinandertreffen. Ein Blick auf die Projekte der Studierenden wirkt zuweilen wie ein Kaleidoskop an Ideen. Hier ethische Kosmetik, dort die neuartige ergonomische Toilettenbrille EasySeat, wie sie der Studierende Alexander Moritz Jung im Augenblick plant. Auf dem Weg zur Realisierung hat er bereits erste Ideenwettbewerbe gewonnen. Oder dort die Strategie für die nächste Revolution des Internetfernsehens. Auch in diesem Fall haben sich zwei Macher im Rahmen des Studiums gefunden: Die Studierenden Pidder Seidl und Christoph Hinteregger planen mit ihrem Hamburger Partner Gökhan Tinaz unter dem Produktnamen Waldoo.com eine legale und kostenlose Internet-TV-Plattform. Sie soll die besten Eigenschaften von klassischem Fernsehen, sozialen Netzwerken und Online-Videotheken miteinander verbinden.

Dabei bauen alle diese Innovationen auf eine feste Basis und in vielen Fällen bestehen sie den Praxistest mit Bravour. Marktanalyse, Geschäftsmodell, Businessplan, Marketingkonzept – das unternehmerische Werkzeug wird in Vaduz auf vielen Ebenen vermittelt. Der Fokus auf unternehmerisches Denken zeigt sich auch durch verschiedene Kurse und Tagungen, die unabhängig vom Studium angeboten werden und in denen Praktiker ihre Erfahrungen weitergeben. Gerade von Wirtschaftsakteuren aus der Region können die Studierenden profitieren, denn Liechtenstein ist ein Unternehmerland. Auf einen Unternehmer kommen neun Einwohner – ein Rekordwert. Zudem haben innovative Konzerne mit Weltruhm wie Hilti hier ihren Hauptsitz.

Hohe Reputation in Bezug auf Entrepreneurship

Wie es um den Unternehmergeist an der Hochschule bestellt ist, belegt eindrücklich die Statistik vonGUESSS, der weltweit grossten und regelmässig durchgeführten Studie über Grundungsabsichten von Studierenden. Im Vergleich zu 43 anderen Ländern landete Liechtenstein 2013 zum vierten Mal in Folge auf einer Spitzenposition. Betrachtet man sich die Gründungen während des Studiums, führt das Fürstentum mit 13,3 Prozent die deutschsprachigen Länder an. Und dieser Ruf scheint bereits der Hochschule vorauszueilen. Laut der Studie gaben 26 Prozent der Studierenden an, ein Studium an der Universitat Liechtenstein aufgrund der hohen Reputation auf dem Gebiet Entrepreneurship gewählt zu haben.

Chancen ergreifen

Gerade wer schon ein Stück seiner unternehmerischen Existenz aufgebaut hat, für den kann Vaduz die erste Wahl sein. So erging es dem Entrepreneurship-Studierenden Benedikt Ess. Unter dem Firmennamen WCE Trading Ventures hatte er 2014 in Starnberg gemeinsam mit zwei Freunden ein Handels-Unternehmen auf die Beine gestellt. „Die Universität Liechtenstein hat die perfekte Lösung geboten, mein Studium mit der eigenen Firma zu kombinieren. Und ein Grossteil meiner Studienkollegen hat bereits gegründet und ist sehr gut vernetzt in der Gründerszene.“ Daraus haben sich neue Ideen, neue Chancen und ein zweites Unternehmen ergeben. Mit Kollegen hat er sich beim Gründerzentrum SCE in München mit einer neuen Idee beworben und: Sie wurden angenommen. An der Universität Liechtenstein hatten sie dann die Möglichkeit, hierfür einen Business- und Marketingplan zu gestalten.

Unter anderem ist mit Julian Freese ein weiterer Liechtenstein-Vertreter im Boot und auch die Idee hat ihre Wurzeln im Land. Das Projekt Stylinis basiert auf der bestehenden Social-Commerce-PlattformStyleAddicted.com aus Liechtenstein. Mithilfe einer sogenannten Affiliate Platform soll nun eine Lösung für Kinderprodukte entstehen. Im Grundzug geht es darum, dass Internetnutzer einen Modetipp beispielsweise einer Bloggerin im Internet gleich kaufen können – beim dazu passenden Anbieter.

Nachhaltige Gründerförderung

Die Erfahrung zeigt, dass die Beziehungen aus der Studienzeit langfristig bestehen. Seien es nun diejenigen zu Experten der Hochschule, Geschäftspartnern oder schlicht zu Freunden, bei denen man anklopfen kann. exurbe cosmetics-Mitgründer Bernd Aerni sagt: „Ich treffe mich oft noch mit ehemaligen Kommilitonen. Es sind sehr gute neue Freundschaften entstanden. Wir reden manchmal über Geschäftsideen oder helfen einander in spezifischen Fragestellungen.“ Dass der Kontakt nicht abbricht, dazu trägt auch die aktive Alumni-Arbeit der Universität bei. Somit können auch nach dem Studium neue Chancen und vielleicht auch Unternehmen entstehen. Denn glaubt man Aerni, sollte man immer auf ein Team setzen. Angehenden Unternehmern rät er: „Wenn Du es nicht unbedingt willst, gründe nicht allein. Suche Dir tolle Mitgründer und verfolgt gemeinsam ein Ziel.“

 

Foto: Universität Liechtenstein; Autorin: Yvonne von Hunnius