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Erneuerbares Liechtenstein

Die beiden wichtigsten Zielen der Studie «Erneuerbares Liechtenstein» sind die Ermittlung der Kapazität des Landes zur Selbstversorgung mit erneuerbaren Energien, und die Bereitstellung eines praktischen Instruments für die Energieplanung im Land, eines Modells, das räumlich differenziert und über die kommenden Jahre und Jahrzehnte hinweg aussagekräftig ist. Das Projekt wurde von 2010 bis 2012 an der Universität Liechtenstein mit Unterstützung ihres Forschungsförderungsfonds und der Landesregierung durchgeführt. Der Gesamtbericht ist jederzeit auf Anfrage erhältlich, und das Modell «Erneuerbares Liechtenstein» ist für alle Interessierten im Lande zur Anwendung auf Landesebene sowie in Gemeinden und Teilbereichen verfügbar. Teilergebnisse sind auf dem Geodatenportal der Regierung einzusehen: http://www.gdi.llv.li.

«Erneuerbares Liechtenstein» modelliert den aktuellen und künftigen Energieverbrauch des Fürstentums sowie die Potenziale des Landes und seiner Gemeinden, im Umgang mit Energie effizienter zu werden und die unmittelbar im Lande benötigte Energie in vollem Umfang aus erneuerbaren Quellen abzudecken. Dabei wurden sowohl die drei Energieformen Wärme, Strom und Treibstoffe wie auch die Sektoren Wohnen, Arbeiten und Mobilität untersucht und mit den liechtensteinischen Siedlungs- und Landschaftsräumen in Beziehung gesetzt. Die Resultate sind in farbigen Karten dargestellt, die flächendeckende Kapazitäten für erneuerbare Energien – wie photovoltaische Stromerzeugung - und punktuelle erneuerbare Energiequellen – wie Wasserkraftwerke oder Heizzentralen – kombinieren.

Das Modell «Erneuerbares Liechtenstein» kann interaktiv für die energetische Planung des Landes und seiner Gemeinden eingesetzt werden. Es stellt somit ein dynamisches Werkzeug zur zeitlichen und räumlichen Erfassung der liechtensteinischen Energiewelt dar. Es zeigt auf, inwieweit und wie schnell das Land von teuren, riskanten und schädlichen Energieimporten unabhängig werden kann und unter welchen Voraussetzungen dies geschehen könnte. Mehr und mehr Städte und Gemeinden geben Energieautonomiestudien in Auftrag; Liechtenstein ist jedoch das erste Lande der Welt, für das ein vergleichbares kartografisches Modell erstellt wurde.

Zusammenfassung der Ergebnisse
Liechtenstein wächst schnell, ist hochindustrialisiert – und hat nur sehr beschränkten Zugang zu eigenen natürlichen Ressourcen und erneuerbaren Energien. Es schien daher von Anfang an fraglich, ob eine energetische Selbstversorgung auf der Basis eigener nachhaltiger Möglichkeiten denkbar wäre. Die Studie kommt dennoch zu dem erfreulichen Ergebnis, dass eine vollständige Selbstversorgung mit regenerativen Energien bei einer gleichzeitigen entsprechenden Minimierung der Treibhausgasemissionen mit ganz spezifischen Massnahmen gelingen kann. Basierend auf den hier beschriebenen Annahmen, könnte dies in zwei Generationen der Fall sein, also ab etwa 2070.

Die Abhängigkeit des Landes von importierten und nicht erneuerbaren Energien kann von heute 90 % bis 2040 auf 50 % reduziert werden. Dies ist nur möglich, wenn bestimmte Anstrengungen unternommen werden, die über den gegenwärtigen Trend hinausgehen. Eine Selbstversorgung des motorisierten Verkehrs ist in Liechtenstein auch möglich – jedoch nur durch die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs und die konsequente Einführung elektrischer Fahrzeuge.

Annahmen und Empfehlungen
«Erneuerbares Liechtenstein» gibt einen Überblick über den derzeitigen Energieverbrauch und mögliche Potenziale der regenerativen Energie. Diese basieren auf Annahmen zu gewissen Stellschrauben, die im Rahmen von Projektwerkstätten mit Vertretern des Amtes für Umweltschutz, der Energiefachstelle des Amtes für Volkswirtschaft, der Liechtensteinischen Kraftwerke, der Liechtensteinischen Gasversorgung und weiteren Experten der Energiekommission des Landes getroffen wurden.

Aus den Ergebnissen lassen sich auch grundsätzliche Empfehlungen für die künftige Energiehaushaltsplanung des Landes ableiten. Die sogenannten Stellschrauben stellen variable Annahmen für unser «Innovationsszenario» dar, die aber auch als Empfehlungen zu verstehen sind. Im Anhang unseres Gesamtberichtes (Droege, Genske, Jödecke, Roos, Ruff 2012) werden diese Annahmen auch mit denen in der Energiestrategie 2020 der Regierung verglichen (FL 2012). Ausführlichere Angaben zu einzelnen Standorten, Ausbaukapazitäten und Planfeststellungen sind in spezifischen Modellen, Strategien und Projekten auszuarbeiten.

 


Kontakt und Bestellung der Broschüre 

+423 265 1138, kirsten.steinhofer@uni.li